die erste Ausgabe von „Selbstbestimmt Leben“ ist fertig. Wir haben jedoch nur das Etikett geändert, die Inhalte des „Aufstand der Betreuten“ sind geblieben! Eine Gewinnerin bzw. einen Gewinner für die neue Namensgebung kann jedoch nicht genannt werden, da „Selbstbestimmt Leben“ als Titel des fab-Infoblattes gemeinschaftlich entstanden ist, sodass wir die Urheberschaft nicht mehr feststellen konnten.
Und was ist diesmal in der neuen/alten Zeitung zu finden? Bei
den Freizeitaktivitäten liegt neben den regelmäßigen Angeboten
wie etwa Frühstückstreff, Stammtisch, Doppelkopfabend oder Spielenachmittag,
passend zum Sommer das gemeinschaftliche Grillen voll im Trend. Da muss dann
nur noch entschieden werden, ob mit der Freizeitgruppe, dem Team des café
freiRAUM oder in studentischer Runde gegrillt werden soll bzw. gleich alle drei
Varianten wahrgenommen werden. Bei „Bunt Vermischtes“ wird über
das Engagement in der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung von fab-Mitarbeiter Uwe
Frevert berichtet, dem im April das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde. Unter
anderem ist auch noch etwas über behinderte und nichtbehinderte Mädchen
beim Girlsday bei VW in Baunatal und von einem Praktikanten beim Rheinland-Pfälzischen
Behindertenbeauftragten Ottmar Miles-Paul zu erfahren.
Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Sommer wünscht
Birgit Schopmans
(für die Redaktion)
Politisch haben wir immer wieder das Thema Leben im Heim auf
die Tagesordnung gesetzt. Letzter Anlass war unsere Diskussionsveranstaltung
„Streitbar“ am 17. April über das „Für“ und
„Wider“ von Sondereinrichtungen. An diesem „Donnerstag im
freiRAUM“ haben wir jedoch die Möglichkeit, Berichte von Josef Ströbel
und Peter Kahle zu hören, die beide einige Jahre Heimerfahrung haben, die
bereits schon etwas länger zurückliegen. Im Gegensatz zu diesen Rückblicken
berichtet Fridger Henning darüber, wie sich zurzeit sein Alltag in einem
Wohnheim für behinderte Menschen gestaltet. Besonders interessant ist dabei,
was sich vom „Früher“ zu „Heute“ verändert
hat und was nicht!
Anmerkung der Redaktion: Wurde wegen dem EM-Spiel: Deutschland – Kroatien
(12.06.) verschoben.
„Mal schauen“, sagen viele, die gelassen ihrer Zukunft
entgegensehen. Aber vielen Menschen mit Behinderungen fällt die eigene
Wohnung, der Arbeitsplatz, bzw. eine sinnstiftende Aufgabe nicht in den Schoss.
Die Zukunft stellt sich oft genug als ein Berg von Problemen dar. Hier bietet
die Persönliche Zukunftsplanung eine gute Unterstützung, um sich einen
individuellen Fahrplan der Problembewältigung zu erstellen.
Rita Schroll, vom Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen,
stellt uns die Methode der Persönlichen Zukunftsplanung, deren Grundlagen,
Vorgehen und Erfolge anhand von Praxisbeispielen vor.
Wie wäre es, mitten in der Woche, in Gesellschaft mit anderen
netten Leuten, gemütlich zu frühstücken? Mitzubringen sind nur
etwas Hunger, Kaffee- oder Teedurst und der Wunsch, sich vielleicht mit dem
Tischnachbarn/der Tischnachbarin in ein Gespräch verwickeln zu lassen.
Kostenbeitrag: 2,- € bis 4,- € nach Selbsteinschätzung
Bitte einen Tag vorher unter Tel.: 0561 / 7 28 85 - 24 oder per E-Mail
Birgit.Schopmans@fab-kassel.de
anmelden!
Jeden letzten Montagnachmittag im Monat ab 14.30 Uhr sind Menschen
mit und ohne Behinderungen herzlich ins café freiRAUM eingeladen.
Als Treffpunkt für Menschen jeden Alters kann man hier miteinander ins
Gespräch kommen. Im café freiRAUM gibt es Tee, Kaffee, kalte Getränke
und ein wechselndes Kuchenangebot zu günstigen Preisen. Die Räume
sind barriere- und rauchfrei.
Infos: Angela Heitbrink, fab e. V. unter 0561 / 7 28 85 12,
Angela.Heitbrink@fab-kassel.de
Nadine Moonen, Stella Auer und Kathleen Eichelkraut laden zu den nächsten Terminen der Freizeitgruppe ein. Neueinsteiger sind herzlich willkommen. Fragen zu den Veranstaltungen beantwortet Frau Kathleen Eichelkraut unter 0561 / 7 28 85 50 oder kathleen.eichelkraut@fab-kassel.de. Das nächste Treffe ist am:
Fr., 25.07.2008 um 17.30 Uhr
Wir wollen Grillen
Bei gutem Wetter fahren wir an die Buga und bei schlechtem Wetter bleiben wir
beim café freiRAUM. Wer Lust hat, kann einen Salat mitbringen. Für
Grillgut sorgen wir, deshalb bitte mindestens drei Tage vorher anmelden. Wer
will, kann sich Getränke mitbringen.
Treffpunkt: um 17.30 Uhr im café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str.
92, Kassel
Im August machen wir eine Sommerpause!
Werner Lindenborn und Stefan Collet laden zum „Offenen
Stammtisch für behinderte und chronisch kranke Menschen“ ein. Wir
hoffen auf Eure / Ihre zahlreiche Teilnahme und freuen uns darauf viele bekannte
und neue Leute zu treffen, interessante Gespräche zu führen, edle
Speisen und Getränke genießen zu können und Spaß miteinander
zu haben...
Nähere Informationen: Werner Lindenborn, Tel.: 0561 / 8 51 65!
Nadine Moonen und Kathleen Eichelkraut laden zu den nächsten
Spielenachmittagen ein. Neueinsteiger sind herzlich willkommen. Mitzubringen
ist gute Laune und eventuell Spiele, die gern gespielt werden. Die Veranstaltung
findet im café freiRAUM statt. Fragen zu den Veranstaltungen beantwortet
Frau Kathleen Eichelkraut unter 0561 / 7 28 85 50 oder kathleen.eichelkraut@fab-kassel.de.
Wir bieten im café freiRAUM einen Doppelkopfabend an.
Dieser Termin findet in der Regel jeden 2. und 4. Dienstag im Monat um 19 Uhr
statt. Wie wäre es sich mitten in der Woche gemeinsam mit anderen netten
Leuten zu treffen und in einer gemütlichen Runde miteinander Doppelkopf
zu spielen? Hast Du Lust, dann komm doch einfach mal vorbei. Mitzubringen sind
nur gute Laune, Spaß am Doppelkopf spielen und falls vorhanden ein Kartenspiel
für Doppelkopf: Wir freuen uns über jeden, der uns besuchen kommt
und Lust hat mitzuspielen!!! Nähere Informationen könnt Ihr bei Deniz
Kürtoglu unter der Nummer 0561 / 9 20 26 74 oder 0171
/ 1 99 29 05 erhalten!
Wie wäre es, an einem sonnigen Sonntagabend, in Gesellschaft
mit anderen netten Leuten, gemütlich zu grillen? Mitzubringen sind das
jeweilige Grillgut, das ihr gerne essen möchtet, wer möchte kann auch
noch gerne einen Salat mitbringen und der Wunsch, sich vielleicht mit dem Tischnachbar/der
Tischnachbarin in ein Gespräch verwickeln zu lassen.
Jede/jeder ist herzlich willkommen. Wir, Mitarbeiter/innen vom café freiRAUM,
freuen uns über jede/jeden, der zum Grillabend vorbei kommt.
Ansprechpartner: Deniz Kürtoglu
Telefon: 0561 / 9 20 26 74
Bei Sonne und bei Regen hier kann man immer was erleben. Ihr
seit Wasserratten oder Saunafans und wollt dieser Leidenschaft nicht allein
nachgehen. Dann kommt mit in die Kurhessentherme.
Der Eintritt kostet 12,- Euro für 1½ h / 14,- Euro für 2 h
/ 18,- Euro für 4 h. Schwerbehinderte bekommen zudem eine ½ Stunde
zusätzlich und können bei einem B im Ausweis eine Begleitperson kostenfrei
mitnehmen. Bis August bekommt jede Person eine zusätzliche Stunde in der
Therme geschenkt.
Wichtig: Für eventuell benötigte Assistenz muss selbst
gesorgt werden. Bitte meldet Euch bei Kathleen Eichelkraut unter 0561/ 7 28
85 50 oder kathleen.eichelkraut@fab-kassel.de an. Danke!
Hey, es geht weiter. „Wir essen uns um die Welt“
und laden Euch dazu ein. Immer am 2. Sonntag im Monat steht ein Land im Mittelpunkt.
Wir werden ausgewählte Spezialitäten dieses Landes in Buffetform zubereiten.
Das Essen soll VegetarierInnen und FleischesserInnen gerecht werden. Der nächste
Halt auf unserer Weltreise wird im Juli Spanien und im August die Elfenbeinküste
(Afrika) sein. Die genauen Gerichte stehen noch nicht fest, also lasst Euch
überraschen.
Ein Getränk ist wieder im Preis enthalten. Das Essen kostet 9,50 €.
Wer in geselliger Runde lecker essen möchte, melde sich bitte bis spätestens
Donnerstag vorm Essen bei: Stefan Collet unter der Telefonnummer 0561 / 9 20
26 74 oder stefancollet@web.de
Einlass: 17:00 Uhr | Essensbeginn: 18 Uhr
(bitte pünktlich kommen)
So., 13.07.2008 um 18.00 Uhr
Spanien
Anmeldeschluss: 10. Juli
Ort: café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel
So., 10.08.2008 um 18.00 Uhr
Elfenbeinküste
Anmeldeschluss: 07. August
Ort: café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel
Die Anmeldungen sind verpflichtend!
Am Freitag, den 11. Juli 2008 veranstaltet das Autonome BehindertenReferat
(ABeR) eine Grillfete auf der Wiese hinter dem AStA-Gebäude auf dem Uni-Gelände
am Holländischen Platz.
Ab 18 Uhr wollen wir mit Euch, hoffentlich bei Sonnenschein, zusammen sitzen,
grillen, Spaß haben und Euch ein bisschen kennen lernen.
Für Getränke und Grillsachen ist gesorgt. Wer möchte, kann gerne
einen Salat oder Ähnliches mitbringen. – Eine kurze Ankündigung
Eures Kommens wäre toll – zumal, wenn ihr Vegetarier seid.
Es freuen sich auf Euch,
Philip Lieberknecht & Christina Kirks
(Honorarkräfte des ABeR’s)
Autonomes BehindertenReferat (ABeR)
im AStA der Universität Kassel
Nora-Platiel-Str. 2
Email: aber@asta.uni-kassel.de
Telefon: 0561/804-2887 (AB)
Sprechzeiten: Di + Do 16-18 Uhr
Der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Olaf Scholz,
hat am 22.04.2008 in Berlin das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens
der Bundesrepublik Deutschland an Uwe Frevert vom Vorstand der Interessenvertretung
Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) und Berater des fab e.V. verliehen.
Der Nutzer von Assistenz und von einem Elektrorollstuhls aus Kassel kämpft
schon seit vielen Jahren für das Arbeitgebermodell und das Persönliche
Budget.
Für Uwe Frevert war die Nachricht über die Auszeichnung eine Überraschung.
Seit über 20 Jahren setzt sich der Vater zweier Kinder dafür ein,
dass behinderte Menschen genauso wie alle anderen Menschen auch mitten in der
Gesellschaft leben können und die Unterstützung bekommen, die sie
brauchen. Geprägt durch seine Erfahrungen mit der US-amerikanischen Behindertenbewegung
und dem Modell der Persönlichen Assistenz hat Uwe Frevert in den letzten
20 Jahren die deutsche Behindertenpolitik mitgeprägt. Die Selbstbestimmt
Leben Bewegung liegt ihm dabei besonders am Herzen. "Wenn wir behinderte
Menschen selbst die Kontrolle über unsere Organisationen und unsere Dienstleistungen
ausüben, sind die Chancen viel größer, dass diese in unserem
Sinne arbeiten und nicht über unsere Köpfe hinweg agieren", betont
er immer wieder.
Mit Uwe Frevert erhielt ein Vertreter der Behindertenbewegung eine hohe staatliche
Auszeichnung, der immer wieder gegen die Bedingungen in diesem Staate protestiert.
Zuletzt hat er sich zum Beispiel über die mangelnde Reform der Pflegeversicherung
geärgert, denn diese ermöglicht es behinderten Menschen immer noch
nicht, Persönliche Budgets auch im Rahmen der Pflegeleistungen in Anspruch
zu nehmen. "Ich verstehe die Auszeichnung einfach einmal so, dass diese
ausdrückt, dass das kritische Engagement der Selbstbestimmt Leben Bewegung
auch weiterhin gewollt ist und werde dafür mein bestes tun. Vor allem verstehe
ich dies aber auch als eine Auszeichnung für die vielen Mitstreiterinnen
und Mitstreiter, die mit mir für ein selbstbestimmtes Leben behinderter
Menschen kämpfen", so Uwe Frevert. Der Rollstuhlfahrer macht sich
derzeit vor allem auch für die schulische Inklusion behinderter Kinder
und Jugendlicher stark. "Aussonderung ist eine Menschenrechtsverletzung,
die wir nicht mehr länger dulden dürfen", betonte er gegenüber
den kobinet-nachrichten.
(Leicht geänderte Fassung)
Kobinet 22.04.2008
Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK)
hat jetzt eine Broschüre zur letztjährigen Gesundheitsreform herausgegeben.
"Auch ein Jahr nach Inkrafttreten der neuen Gesundheitsreform gibt es bei
Patienten, Ärzten und Apothekern noch immer viele Fragen und Unsicherheiten.
Einen benutzerfreundlichen Überblick verschafft die kostenlose Broschüre
'ABC Gesundheitsreform 2007'", so die Autorin Irmgard Winkler.
Winkler ist stellvertretende Bundesvorsitzende beim BSK und
selbst von einer Körperbehinderung betroffen. Zahlreiche Tipps und Ratschläge
zu den Neuregelungen in der Gesundheitsreform hat sie nach Information des BSK
"in akribischer Recherchearbeit für die Beratungsbroschüre zusammengetragen".
Das 200 Seiten starke Werk enthält ausführliche Informationen über
Zeitpunkte des Inkrafttretens der Gesetzesänderungen, den Gesundheitsfonds
und die neue Rolle privater Krankenversicherungen. In alphabetischer Form werden
im Teil 2 der Broschüre die Begriffe erläutert.
Die an dem kostenlosen Ratgeber Interessierte können sich beim fab e.V.,
Birgit Schopmans, Tel.: 7 28 85 - 24 melden.
kobinet-nachrichten 29.05.2008
www.kobinet-nachrichten.org
Doch im Berufsleben versuchen wir oft andere Strategien, nach
denen wir in dieser Situation handeln:
1. Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten.“
2. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
3. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
4. Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
5. Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
6. Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
7. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
8. Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht
noch reiten könnte.“
9. Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde
zu finden.
10. Wir erklären, dass unser Pferd „besser, schneller und billiger“
tot ist.
Das Motto im Volkswagen Werk Kassel lautete in diesem Jahr:
Technik und Vielfalt – Vorbildfrauen live. Teilgenommen haben insgesamt
200 Mädchen- darunter erstmalig auch 20 Mädchen mit unterschiedlichen
Behinderungen.
Die Veranstaltung im Volkswagen Werk Kassel fand in Zusammenarbeit mit dem Hessischen
Koordinationsbüro für behinderte Frauen und dem Mädchenbus Nordhessen
statt.
Der Tag war in drei Veranstaltungsbausteine eingeteilt. Im ersten Teil konnten
die Mädchen Technik unter Anleitung erleben und ausprobieren. Auf diese
Weise lernten sie einen Metall- oder einen Elektroberuf kennen und hatten dabei
die Möglichkeit, sich mit Auszubildenden zu unterhalten. Bei der Arbeit
an der Werkbank hatten alle Gelegenheit, ihr handwerkliches Geschick unter Beweis
zu stellen. Die hergestellten Dinge durften selbstverständlich mit nach
Hause genommen werden. Im zweiten Teil erhielten die Teilnehmerinnen bei einer
Werksführung einen Einblick in die Berufswelt unserer Mitarbeiterinnen
und erlebten hautnah die Atmosphäre in der Produktion eines Automobilherstellers.
Dritter und letzter Teil des Girls’Day war ein Workshop, in dem sich Vorbildfrauen
vorstellten. Die Frauen berichteten aus ihrem Leben, ihrem beruflichen Werdegang
und auch über die Herausforderungen, die sie zu bewältigen hatten.
Nach dieser sehr persönlichen Vorstellung haben sich die Mädchen dann
– je nach Alter – selbst mit dem Thema Fähigkeiten und Stärken
in Bezug auf ihre spätere Berufswahl auseinander gesetzt.
Für einen optimalen Ablauf und eine gute Betreuung wurden die 200 Mädchen
in 8 Gruppen von jeweils 25 Mädchen aufgeteilt. Jede Gruppe durchlief die
drei genannten Bausteine und wurde dabei von einer Betreuerin und einer weiblichen
Auszubildenden begleitet. Die Mädchen mit Behinderung waren vollständig
in den Tagesablauf integriert. Viele von ihnen nahmen zum ersten Mal am Girls’Day
teil und hatten – wie die nichtbehinderten Mädchen – sehr viel
Spaß beim Erleben und Ausprobieren von Technik.
Das Volkswagen Werk Kassel ist rollstuhlgerecht ausgebaut, so dass auch eine
Rollstuhlfahrerin problemlos teilnehmen konnte. Insbesondere in den Workshops
lernten sich die Teilnehmerinnen gut kennen und erfuhren so, dass jede von ihnen
persönliche Stärken und Schwächen hat und es gemeinsam sehr viel
leichter geht.
Volkswagen möchte auch im kommenden Jahr wieder Mädchen mit Behinderung
die Möglichkeit zur Teilnahme bieten. Sicherlich wieder mit dabei: der
Mädchenbus Nordhessen und Frau Schroll vom Hessischen Koordinationsbüro
für behinderte Frauen.
Nähere Informationen bekommt Ihr bei Rita Schroll unter 0561/72885-22,
E-Mail: hkbf@fab-kassel.de.
Wir freuen uns auf Euer Kommen am Girls´Day im nächsten Jahr!
Sonja Piechowiak, Personal Kassel, Volkswagen AG
Andrea Kohl, Mädchenbus Nordhessen
Rita Schroll, Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen
Durch diesen Bericht erfahren wir auch etwas über den Alltag
unseres langjährigen Vereins- und Vorstandsmitglieds Ottmar Miles-Paul,
der seit Januar diesen Jahres als Behindertenbeauftragter für das Land
Rheinland-Pfalz nach Mainz abgewandert ist. (Anmerkung der Redaktion)
Persönliches Budget, individueller Teilhabeplan, WfbM, Arbeitgebermodell,
LAG, BBW oder aber IFD. Anstatt heißen Kaffee zu kochen, wurde ich stattdessen
ins kalte Wasser geworfen. "Praktikantenjahre sind nun mal keine Herrenjahre",
stammelte ich etwas verzweifelt und mit ironischem Unterton vor mich hin, als
ich bei meinem ersten Außentermin versuchte, dem Gespräch zu folgen.
Doch Herr Miles-Paul, der mich während meines achtwöchigen Praktikums
im rheinland-pfälzischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit,
Familie und Frauen (MASGFF) betreute, konnte mich schnell beruhigen und versicherte
mir, dass ich da nach einer Weile reinwachsen würde. Und so war es dann
auch.
Als Student der Publizistik und der Sozialwissenschaften war es nicht unbedingt
nahe liegend, ein Praktikum beim Landesbehindertenbeauftragten zu absolvieren.
Doch neben dem "Sozial" bei Sozialwissenschaften verbindet mich noch
mehr mit der Behindertenpolitik. Ebenso wie Herr Miles-Paul bin ich seit meiner
Geburt sehbehindert und kenne die Bedürfnisse behinderter Menschen. Ich
engagiere mich seit längerem bei der "Campus Barrierefrei", einer
Selbsthilfegruppe behinderter und chronisch kranker Studierender der Uni Düsseldorf
und seit kurzem im AStA Behindertenreferat der Uni Mainz.
Doch was hat er hier gemacht? An meinem ersten Tag lernte ich bei der Vorstellungsrunde
mit Frau Steinfurth einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen. Wobei von
Kennenlernen hier nicht die Rede sein kann, da ich schon beim Rausgehen aus
dem Büro den Namen wieder vergessen hatte. Die Zuordnung von Namen zu Gesichtern
ist bei Sehbehinderten so eine Sache. Anschließend wurde ich in die Bürorituale
eingeführt: "Herr Miles-Paul, was haben wir heute Positives zu verbuchen?"
schallte es aus dem Zimmer von Frau Steinfurth. "Sieg!" rief Herr
Miles-Paul bei der Nachricht, dass Busse ab sofort wieder mehr als nur einen
Rollstuhlfahrer transportieren dürfen. Nachmittags stand dann die "Tour
de Pfalz" an; Termine in Landau und Landstuhl. Vorteil der "Tour de
Pfalz" ist, dass man sich nicht so viel bewegen muss wie bei der Tour de
France (man wird ja schließlich von Herrn Schmidt gefahren). Nachteil
ist allerdings: Es ist mindestens genauso anstrengend.
Neben den vielen Außenterminen war ich auch bei vielen Gesprächen
im Ministerium mit dabei und konnte so einiges über "Diplomatie"
und "Zukunftsvisionen" lernen. Ein Großteil meines Praktikums
bestand aber aus der Organisation des Girls´ Days, der erstmals auch hier
im MASGFF stattfand. Ziel der Veranstaltung war es, behinderten Schülerinnen
der Abschlussklassen - anhand mehrerer Stationen - den Arbeitsalltag von im
Hause beschäftigter Frauen, die selbst eine Behinderung haben, näher
zu bringen und berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Des Weiteren verfasste ich
einige Artikel für den Newsletter "Teil haben - Gleich stellen - selbst
bestimmen", der aktuelle Informationen zur Politik für behinderte
Menschen in Rheinland-Pfalz bereitstellt. Das "i-Tüpfelchen"
meines achtwöchigen Aufenthaltes war ein Tag in der Pressestelle, wo ich
half, den Pressespiegel anzufertigen.
Alles in allem hat mir das Praktikum sehr viel Freude bereitet. Ich möchte
mich auf diesem Wege bei allen - vor allem aber bei Frau Steinfurth, Frau Planz
und Herrn Miles-Paul - für die nette Betreuung und die geduldige Beantwortung
meiner Fragen bedanken. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich ins kalte Wasser
geworfen wurde und - dem Antidiskriminierungsgesetz sei dank - nicht Kaffee
kochen musste. Resümee: Es wird also nie so heiß gekocht, wie es
gegessen bzw. getrunken wird.
kobinet-nachrichten 16.05.2008
http://www.kobinet-nachrichten.org
In der Vergangenheit wurden wir öfter von verschiedenen
Organisationen gefragt, ob sie für Trainingszwecke, Besprechungen, Schulungsveranstaltungen
unser Vereinshaus im Waldauer Fußweg (Nähe ehemaliger Seglergaststätte)
nutzen könnten. Derartige Anfragen haben wir in der Vergangenheit negativ
beantwortet, da die Renovierung unseres Vereinshauses bevorstand.
Diese Renovierungsarbeiten sind nun abgeschlossen und unser Haus ist nun mit
neuem Dach, verbesserter Dämmung und einer neuen Heizung ausgestattet.
So sind wir jetzt auch gerne bereit, unsere Räumlichkeiten bei Bedarf anderen
Organisationen oder Vereinen für die vorstehend genannten Zwecke zur Verfügung
zu stellen.
Da der Sportbetrieb in unserer Halle hauptsächlich am späteren Nachmittag
und am Abend stattfindet, stehen unsere Räume überwiegend vormittags
und teilweise am Wochenende zur Verfügung.
Unser Vereinshaus liegt mitten im Grünen, im Kasseler Naherholungsgebiet
„Fulda-Aue“, ist aber sowohl mit dem Auto als auch mit dem Bus (Haltestelle
„Fulda-Seen“) gut zu erreichen. Es umfasst eine Sporthalle in der
Größe von ca. 130m² (bei Bedarf mit Bestuhlung und Funk-Mikrofon-Anlage),
einen Aufenthaltsraum sowie eine gut ausgestattete Küche. Des Weiteren
stehen Umkleidekabinen und Duschen zur Verfügung. Natürlich ist unser
Vereinshaus absolut barrierefrei.
Falls Sie Bedarf an Räumlichkeiten haben, lassen Sie uns dies wissen, damit
weitere Details besprochen werden können. Für weitere Fragen stehen
wir gerne zur Verfügung.
Behinderten-SportGemeinschaft Kassel 1951 e.V.
1. Vorsitzender: Helmut Ernst
Tel.: 0561 / 4 00 95 60
E-Mail: vorstand@bsg-kassel.de
www.bsg-kassel.de
Die nächste Ausgabe von
„SELBSTBESTIMMT LEBEN“
erscheint Ende August 2008!