Grafik: Assistenz Zeitung "Aufstand der Betreuten"


Hier finden Sie im Archiv die alten Ausgaben der Zeitung "Aufstand der Betreuten"


Infoblatt "SELBSTBESTIMMT LEBEN" als Pdf-Dokument

Infoblatt "SELBSTBESTIMMT LEBEN" als rtf-Dokument ohne Bilder


Liebe Leserinnen und Leser,

die erste Ausgabe von „Selbstbestimmt Leben“ ist fertig. Wir haben jedoch nur das Etikett geändert, die Inhalte des „Aufstand der Betreuten“ sind geblieben! Eine Gewinnerin bzw. einen Gewinner für die neue Namensgebung kann jedoch nicht genannt werden, da „Selbstbestimmt Leben“ als Titel des fab-Infoblattes gemeinschaftlich entstanden ist, sodass wir die Urheberschaft nicht mehr feststellen konnten.

Und was ist diesmal in der neuen/alten Zeitung zu finden? Bei den Freizeitaktivitäten liegt neben den regelmäßigen Angeboten wie etwa Frühstückstreff, Stammtisch, Doppelkopfabend oder Spielenachmittag, passend zum Sommer das gemeinschaftliche Grillen voll im Trend. Da muss dann nur noch entschieden werden, ob mit der Freizeitgruppe, dem Team des café freiRAUM oder in studentischer Runde gegrillt werden soll bzw. gleich alle drei Varianten wahrgenommen werden. Bei „Bunt Vermischtes“ wird über das Engagement in der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung von fab-Mitarbeiter Uwe Frevert berichtet, dem im April das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde. Unter anderem ist auch noch etwas über behinderte und nichtbehinderte Mädchen beim Girlsday bei VW in Baunatal und von einem Praktikanten beim Rheinland-Pfälzischen Behindertenbeauftragten Ottmar Miles-Paul zu erfahren.

Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Sommer wünscht

Birgit Schopmans
(für die Redaktion)

Donnerstag im freiRAUM
jeweils um 19.30 Uhr,
Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel

Do., 17.07.2008
Aus dem Leben gegriffen: Alltag im Heim, früher – heute

Politisch haben wir immer wieder das Thema Leben im Heim auf die Tagesordnung gesetzt. Letzter Anlass war unsere Diskussionsveranstaltung „Streitbar“ am 17. April über das „Für“ und „Wider“ von Sondereinrichtungen. An diesem „Donnerstag im freiRAUM“ haben wir jedoch die Möglichkeit, Berichte von Josef Ströbel und Peter Kahle zu hören, die beide einige Jahre Heimerfahrung haben, die bereits schon etwas länger zurückliegen. Im Gegensatz zu diesen Rückblicken berichtet Fridger Henning darüber, wie sich zurzeit sein Alltag in einem Wohnheim für behinderte Menschen gestaltet. Besonders interessant ist dabei, was sich vom „Früher“ zu „Heute“ verändert hat und was nicht!
Anmerkung der Redaktion: Wurde wegen dem EM-Spiel: Deutschland – Kroatien (12.06.) verschoben.


Do., 14. August 2008
Persönliche Zukunftsplanung

„Mal schauen“, sagen viele, die gelassen ihrer Zukunft entgegensehen. Aber vielen Menschen mit Behinderungen fällt die eigene Wohnung, der Arbeitsplatz, bzw. eine sinnstiftende Aufgabe nicht in den Schoss. Die Zukunft stellt sich oft genug als ein Berg von Problemen dar. Hier bietet die Persönliche Zukunftsplanung eine gute Unterstützung, um sich einen individuellen Fahrplan der Problembewältigung zu erstellen.
Rita Schroll, vom Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen, stellt uns die Methode der Persönlichen Zukunftsplanung, deren Grundlagen, Vorgehen und Erfolge anhand von Praxisbeispielen vor.

 

Veranstaltungen, Freizeit– und Gruppenangebote

regelmäßige Freizeitangebote



Offenes Frühstück für Menschen mit Behinderungen

Do., 10.07.2008 um 10.30 Uhr
Do., 14.08.2008 um 10.30 Uhr
Ort: café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel

Wie wäre es, mitten in der Woche, in Gesellschaft mit anderen netten Leuten, gemütlich zu frühstücken? Mitzubringen sind nur etwas Hunger, Kaffee- oder Teedurst und der Wunsch, sich vielleicht mit dem Tischnachbarn/der Tischnachbarin in ein Gespräch verwickeln zu lassen.
Kostenbeitrag: 2,- € bis 4,- € nach Selbsteinschätzung

Bitte einen Tag vorher unter Tel.: 0561 / 7 28 85 - 24 oder per E-Mail Birgit.Schopmans@fab-kassel.de anmelden!


 

Offenes Café für Menschen mit und ohne Behinderungen

Mo., 30.06.2008 um 14.30 Uhr
Mo., 28.07.2008 um 14.30 Uhr
Mo., 25.08.2008 um 14.30 Uhr
Ort: café FreiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel

Jeden letzten Montagnachmittag im Monat ab 14.30 Uhr sind Menschen mit und ohne Behinderungen herzlich ins café freiRAUM eingeladen.
Als Treffpunkt für Menschen jeden Alters kann man hier miteinander ins Gespräch kommen. Im café freiRAUM gibt es Tee, Kaffee, kalte Getränke und ein wechselndes Kuchenangebot zu günstigen Preisen. Die Räume sind barriere- und rauchfrei.
Infos: Angela Heitbrink, fab e. V. unter 0561 / 7 28 85 12, Angela.Heitbrink@fab-kassel.de




Freizeitgruppe

Nadine Moonen, Stella Auer und Kathleen Eichelkraut laden zu den nächsten Terminen der Freizeitgruppe ein. Neueinsteiger sind herzlich willkommen. Fragen zu den Veranstaltungen beantwortet Frau Kathleen Eichelkraut unter 0561 / 7 28 85 50 oder kathleen.eichelkraut@fab-kassel.de. Das nächste Treffe ist am:

Fr., 25.07.2008 um 17.30 Uhr
Wir wollen Grillen
Bei gutem Wetter fahren wir an die Buga und bei schlechtem Wetter bleiben wir beim café freiRAUM. Wer Lust hat, kann einen Salat mitbringen. Für Grillgut sorgen wir, deshalb bitte mindestens drei Tage vorher anmelden. Wer will, kann sich Getränke mitbringen.
Treffpunkt: um 17.30 Uhr im café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel
Im August machen wir eine Sommerpause!





Offener Stammtisch

Do., 31.07.2008 um 19.00 Uhr
Do., 28.08.2008 um 19.00 Uhr
Ort: Maya Coba, Wilhelmstr. 2a, Kassel
Bitte beachten: Bei gutem Wetter draußen.

Werner Lindenborn und Stefan Collet laden zum „Offenen Stammtisch für behinderte und chronisch kranke Menschen“ ein. Wir hoffen auf Eure / Ihre zahlreiche Teilnahme und freuen uns darauf viele bekannte und neue Leute zu treffen, interessante Gespräche zu führen, edle Speisen und Getränke genießen zu können und Spaß miteinander zu haben...
Nähere Informationen: Werner Lindenborn, Tel.: 0561 / 8 51 65!




Spielenachmittag

Mo., 07.07.2008 ab 16.00 Uhr
Mo., 11.08.2008 ab 16.00 Uhr
Ort: café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel

Nadine Moonen und Kathleen Eichelkraut laden zu den nächsten Spielenachmittagen ein. Neueinsteiger sind herzlich willkommen. Mitzubringen ist gute Laune und eventuell Spiele, die gern gespielt werden. Die Veranstaltung findet im café freiRAUM statt. Fragen zu den Veranstaltungen beantwortet Frau Kathleen Eichelkraut unter 0561 / 7 28 85 50 oder kathleen.eichelkraut@fab-kassel.de.



Doppelkopfabend

Di., 08.07.2008 um 19.00 Uhr
Di., 22.07.2008 um 19.00 Uhr
Di., 12.08.2008 um 19.00 Uhr
Di., 26.08.2008 um 19.00 Uhr
Ort: café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel

Wir bieten im café freiRAUM einen Doppelkopfabend an. Dieser Termin findet in der Regel jeden 2. und 4. Dienstag im Monat um 19 Uhr statt. Wie wäre es sich mitten in der Woche gemeinsam mit anderen netten Leuten zu treffen und in einer gemütlichen Runde miteinander Doppelkopf zu spielen? Hast Du Lust, dann komm doch einfach mal vorbei. Mitzubringen sind nur gute Laune, Spaß am Doppelkopf spielen und falls vorhanden ein Kartenspiel für Doppelkopf: Wir freuen uns über jeden, der uns besuchen kommt und Lust hat mitzuspielen!!! Nähere Informationen könnt Ihr bei Deniz Kürtoglu unter der Nummer 0561 / 9 20 26 74 oder 0171 / 1 99 29 05 erhalten!



Offener Grillabend für Menschen mit und ohne Behinderung

So., 20. Juli 2008, 18 Uhr
So., 17. August 2008, 18 Uhr
Ort: café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel

Wie wäre es, an einem sonnigen Sonntagabend, in Gesellschaft mit anderen netten Leuten, gemütlich zu grillen? Mitzubringen sind das jeweilige Grillgut, das ihr gerne essen möchtet, wer möchte kann auch noch gerne einen Salat mitbringen und der Wunsch, sich vielleicht mit dem Tischnachbar/der Tischnachbarin in ein Gespräch verwickeln zu lassen.
Jede/jeder ist herzlich willkommen. Wir, Mitarbeiter/innen vom café freiRAUM, freuen uns über jede/jeden, der zum Grillabend vorbei kommt.

Ansprechpartner: Deniz Kürtoglu
Telefon: 0561 / 9 20 26 74


Spass in der Kurhessentherme

Mo., 14.07.2008 ab 18.00 Uhr
Mo., 18.08.2008 ab 18.00 Uhr

Bei Sonne und bei Regen hier kann man immer was erleben. Ihr seit Wasserratten oder Saunafans und wollt dieser Leidenschaft nicht allein nachgehen. Dann kommt mit in die Kurhessentherme.

Der Eintritt kostet 12,- Euro für 1½ h / 14,- Euro für 2 h / 18,- Euro für 4 h. Schwerbehinderte bekommen zudem eine ½ Stunde zusätzlich und können bei einem B im Ausweis eine Begleitperson kostenfrei mitnehmen. Bis August bekommt jede Person eine zusätzliche Stunde in der Therme geschenkt.
Wichtig: Für eventuell benötigte Assistenz muss selbst gesorgt werden. Bitte meldet Euch bei Kathleen Eichelkraut unter 0561/ 7 28 85 50 oder kathleen.eichelkraut@fab-kassel.de an. Danke!



„Wir essen uns um die Welt“

Hey, es geht weiter. „Wir essen uns um die Welt“ und laden Euch dazu ein. Immer am 2. Sonntag im Monat steht ein Land im Mittelpunkt. Wir werden ausgewählte Spezialitäten dieses Landes in Buffetform zubereiten. Das Essen soll VegetarierInnen und FleischesserInnen gerecht werden. Der nächste Halt auf unserer Weltreise wird im Juli Spanien und im August die Elfenbeinküste (Afrika) sein. Die genauen Gerichte stehen noch nicht fest, also lasst Euch überraschen.
Ein Getränk ist wieder im Preis enthalten. Das Essen kostet 9,50 €. Wer in geselliger Runde lecker essen möchte, melde sich bitte bis spätestens Donnerstag vorm Essen bei: Stefan Collet unter der Telefonnummer 0561 / 9 20 26 74 oder stefancollet@web.de

Einlass: 17:00 Uhr | Essensbeginn: 18 Uhr (bitte pünktlich kommen)

So., 13.07.2008 um 18.00 Uhr
Spanien
Anmeldeschluss: 10. Juli
Ort: café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel

So., 10.08.2008 um 18.00 Uhr
Elfenbeinküste
Anmeldeschluss: 07. August
Ort: café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel

Die Anmeldungen sind verpflichtend!


 

Veranstaltung


Grillfete

Am Freitag, den 11. Juli 2008 veranstaltet das Autonome BehindertenReferat (ABeR) eine Grillfete auf der Wiese hinter dem AStA-Gebäude auf dem Uni-Gelände am Holländischen Platz.
Ab 18 Uhr wollen wir mit Euch, hoffentlich bei Sonnenschein, zusammen sitzen, grillen, Spaß haben und Euch ein bisschen kennen lernen.
Für Getränke und Grillsachen ist gesorgt. Wer möchte, kann gerne einen Salat oder Ähnliches mitbringen. – Eine kurze Ankündigung Eures Kommens wäre toll – zumal, wenn ihr Vegetarier seid.

Es freuen sich auf Euch,
Philip Lieberknecht & Christina Kirks
(Honorarkräfte des ABeR’s)

Autonomes BehindertenReferat (ABeR)
im AStA der Universität Kassel
Nora-Platiel-Str. 2
Email: aber@asta.uni-kassel.de
Telefon: 0561/804-2887 (AB)
Sprechzeiten: Di + Do 16-18 Uhr


 

Bunt Vermischtes


fab-Mitarbeiter Uwe Frevert wurde das
Bundesverdienstkreuz verliehen

Der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Olaf Scholz, hat am 22.04.2008 in Berlin das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Uwe Frevert vom Vorstand der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) und Berater des fab e.V. verliehen. Der Nutzer von Assistenz und von einem Elektrorollstuhls aus Kassel kämpft schon seit vielen Jahren für das Arbeitgebermodell und das Persönliche Budget.

Für Uwe Frevert war die Nachricht über die Auszeichnung eine Überraschung. Seit über 20 Jahren setzt sich der Vater zweier Kinder dafür ein, dass behinderte Menschen genauso wie alle anderen Menschen auch mitten in der Gesellschaft leben können und die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Geprägt durch seine Erfahrungen mit der US-amerikanischen Behindertenbewegung und dem Modell der Persönlichen Assistenz hat Uwe Frevert in den letzten 20 Jahren die deutsche Behindertenpolitik mitgeprägt. Die Selbstbestimmt Leben Bewegung liegt ihm dabei besonders am Herzen. "Wenn wir behinderte Menschen selbst die Kontrolle über unsere Organisationen und unsere Dienstleistungen ausüben, sind die Chancen viel größer, dass diese in unserem Sinne arbeiten und nicht über unsere Köpfe hinweg agieren", betont er immer wieder.

Mit Uwe Frevert erhielt ein Vertreter der Behindertenbewegung eine hohe staatliche Auszeichnung, der immer wieder gegen die Bedingungen in diesem Staate protestiert. Zuletzt hat er sich zum Beispiel über die mangelnde Reform der Pflegeversicherung geärgert, denn diese ermöglicht es behinderten Menschen immer noch nicht, Persönliche Budgets auch im Rahmen der Pflegeleistungen in Anspruch zu nehmen. "Ich verstehe die Auszeichnung einfach einmal so, dass diese ausdrückt, dass das kritische Engagement der Selbstbestimmt Leben Bewegung auch weiterhin gewollt ist und werde dafür mein bestes tun. Vor allem verstehe ich dies aber auch als eine Auszeichnung für die vielen Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die mit mir für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen kämpfen", so Uwe Frevert. Der Rollstuhlfahrer macht sich derzeit vor allem auch für die schulische Inklusion behinderter Kinder und Jugendlicher stark. "Aussonderung ist eine Menschenrechtsverletzung, die wir nicht mehr länger dulden dürfen", betonte er gegenüber den kobinet-nachrichten.

(Leicht geänderte Fassung)
Kobinet 22.04.2008

 

 

Neue Broschüre: ABC Gesundheitsreform 2007
Kostenlos beim fab e.V. erhältlich

Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) hat jetzt eine Broschüre zur letztjährigen Gesundheitsreform herausgegeben.

"Auch ein Jahr nach Inkrafttreten der neuen Gesundheitsreform gibt es bei Patienten, Ärzten und Apothekern noch immer viele Fragen und Unsicherheiten. Einen benutzerfreundlichen Überblick verschafft die kostenlose Broschüre 'ABC Gesundheitsreform 2007'", so die Autorin Irmgard Winkler.

Winkler ist stellvertretende Bundesvorsitzende beim BSK und selbst von einer Körperbehinderung betroffen. Zahlreiche Tipps und Ratschläge zu den Neuregelungen in der Gesundheitsreform hat sie nach Information des BSK "in akribischer Recherchearbeit für die Beratungsbroschüre zusammengetragen".

Das 200 Seiten starke Werk enthält ausführliche Informationen über Zeitpunkte des Inkrafttretens der Gesetzesänderungen, den Gesundheitsfonds und die neue Rolle privater Krankenversicherungen. In alphabetischer Form werden im Teil 2 der Broschüre die Begriffe erläutert.

Die an dem kostenlosen Ratgeber Interessierte können sich beim fab e.V., Birgit Schopmans, Tel.: 7 28 85 - 24 melden.

kobinet-nachrichten 29.05.2008
www.kobinet-nachrichten.org


 

Eine Weisheit der Dakota-Indianer sagt:
„Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“

Doch im Berufsleben versuchen wir oft andere Strategien, nach denen wir in dieser Situation handeln:

1. Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten.“
2. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
3. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
4. Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
5. Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
6. Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
7. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
8. Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch reiten könnte.“
9. Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
10. Wir erklären, dass unser Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist.


 

Technik und Vielfalt: Girls’Day bei VW für Mädchen
mit und ohne Behinderung

Das Motto im Volkswagen Werk Kassel lautete in diesem Jahr: Technik und Vielfalt – Vorbildfrauen live. Teilgenommen haben insgesamt 200 Mädchen- darunter erstmalig auch 20 Mädchen mit unterschiedlichen Behinderungen.

Die Veranstaltung im Volkswagen Werk Kassel fand in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen und dem Mädchenbus Nordhessen statt.

Der Tag war in drei Veranstaltungsbausteine eingeteilt. Im ersten Teil konnten die Mädchen Technik unter Anleitung erleben und ausprobieren. Auf diese Weise lernten sie einen Metall- oder einen Elektroberuf kennen und hatten dabei die Möglichkeit, sich mit Auszubildenden zu unterhalten. Bei der Arbeit an der Werkbank hatten alle Gelegenheit, ihr handwerkliches Geschick unter Beweis zu stellen. Die hergestellten Dinge durften selbstverständlich mit nach Hause genommen werden. Im zweiten Teil erhielten die Teilnehmerinnen bei einer Werksführung einen Einblick in die Berufswelt unserer Mitarbeiterinnen und erlebten hautnah die Atmosphäre in der Produktion eines Automobilherstellers. Dritter und letzter Teil des Girls’Day war ein Workshop, in dem sich Vorbildfrauen vorstellten. Die Frauen berichteten aus ihrem Leben, ihrem beruflichen Werdegang und auch über die Herausforderungen, die sie zu bewältigen hatten. Nach dieser sehr persönlichen Vorstellung haben sich die Mädchen dann – je nach Alter – selbst mit dem Thema Fähigkeiten und Stärken in Bezug auf ihre spätere Berufswahl auseinander gesetzt.

Für einen optimalen Ablauf und eine gute Betreuung wurden die 200 Mädchen in 8 Gruppen von jeweils 25 Mädchen aufgeteilt. Jede Gruppe durchlief die drei genannten Bausteine und wurde dabei von einer Betreuerin und einer weiblichen Auszubildenden begleitet. Die Mädchen mit Behinderung waren vollständig in den Tagesablauf integriert. Viele von ihnen nahmen zum ersten Mal am Girls’Day teil und hatten – wie die nichtbehinderten Mädchen – sehr viel Spaß beim Erleben und Ausprobieren von Technik.

Das Volkswagen Werk Kassel ist rollstuhlgerecht ausgebaut, so dass auch eine Rollstuhlfahrerin problemlos teilnehmen konnte. Insbesondere in den Workshops lernten sich die Teilnehmerinnen gut kennen und erfuhren so, dass jede von ihnen persönliche Stärken und Schwächen hat und es gemeinsam sehr viel leichter geht.

Volkswagen möchte auch im kommenden Jahr wieder Mädchen mit Behinderung die Möglichkeit zur Teilnahme bieten. Sicherlich wieder mit dabei: der Mädchenbus Nordhessen und Frau Schroll vom Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen.

Nähere Informationen bekommt Ihr bei Rita Schroll unter 0561/72885-22, E-Mail: hkbf@fab-kassel.de.

Wir freuen uns auf Euer Kommen am Girls´Day im nächsten Jahr!

Sonja Piechowiak, Personal Kassel, Volkswagen AG
Andrea Kohl, Mädchenbus Nordhessen
Rita Schroll, Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen



Kaffee kochen war gestern - Eindrücke eines Praktikanten

Durch diesen Bericht erfahren wir auch etwas über den Alltag unseres langjährigen Vereins- und Vorstandsmitglieds Ottmar Miles-Paul, der seit Januar diesen Jahres als Behindertenbeauftragter für das Land Rheinland-Pfalz nach Mainz abgewandert ist. (Anmerkung der Redaktion)

Persönliches Budget, individueller Teilhabeplan, WfbM, Arbeitgebermodell, LAG, BBW oder aber IFD. Anstatt heißen Kaffee zu kochen, wurde ich stattdessen ins kalte Wasser geworfen. "Praktikantenjahre sind nun mal keine Herrenjahre", stammelte ich etwas verzweifelt und mit ironischem Unterton vor mich hin, als ich bei meinem ersten Außentermin versuchte, dem Gespräch zu folgen. Doch Herr Miles-Paul, der mich während meines achtwöchigen Praktikums im rheinland-pfälzischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF) betreute, konnte mich schnell beruhigen und versicherte mir, dass ich da nach einer Weile reinwachsen würde. Und so war es dann auch.

Als Student der Publizistik und der Sozialwissenschaften war es nicht unbedingt nahe liegend, ein Praktikum beim Landesbehindertenbeauftragten zu absolvieren. Doch neben dem "Sozial" bei Sozialwissenschaften verbindet mich noch mehr mit der Behindertenpolitik. Ebenso wie Herr Miles-Paul bin ich seit meiner Geburt sehbehindert und kenne die Bedürfnisse behinderter Menschen. Ich engagiere mich seit längerem bei der "Campus Barrierefrei", einer Selbsthilfegruppe behinderter und chronisch kranker Studierender der Uni Düsseldorf und seit kurzem im AStA Behindertenreferat der Uni Mainz.

Doch was hat er hier gemacht? An meinem ersten Tag lernte ich bei der Vorstellungsrunde mit Frau Steinfurth einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen. Wobei von Kennenlernen hier nicht die Rede sein kann, da ich schon beim Rausgehen aus dem Büro den Namen wieder vergessen hatte. Die Zuordnung von Namen zu Gesichtern ist bei Sehbehinderten so eine Sache. Anschließend wurde ich in die Bürorituale eingeführt: "Herr Miles-Paul, was haben wir heute Positives zu verbuchen?" schallte es aus dem Zimmer von Frau Steinfurth. "Sieg!" rief Herr Miles-Paul bei der Nachricht, dass Busse ab sofort wieder mehr als nur einen Rollstuhlfahrer transportieren dürfen. Nachmittags stand dann die "Tour de Pfalz" an; Termine in Landau und Landstuhl. Vorteil der "Tour de Pfalz" ist, dass man sich nicht so viel bewegen muss wie bei der Tour de France (man wird ja schließlich von Herrn Schmidt gefahren). Nachteil ist allerdings: Es ist mindestens genauso anstrengend.

Neben den vielen Außenterminen war ich auch bei vielen Gesprächen im Ministerium mit dabei und konnte so einiges über "Diplomatie" und "Zukunftsvisionen" lernen. Ein Großteil meines Praktikums bestand aber aus der Organisation des Girls´ Days, der erstmals auch hier im MASGFF stattfand. Ziel der Veranstaltung war es, behinderten Schülerinnen der Abschlussklassen - anhand mehrerer Stationen - den Arbeitsalltag von im Hause beschäftigter Frauen, die selbst eine Behinderung haben, näher zu bringen und berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Des Weiteren verfasste ich einige Artikel für den Newsletter "Teil haben - Gleich stellen - selbst bestimmen", der aktuelle Informationen zur Politik für behinderte Menschen in Rheinland-Pfalz bereitstellt. Das "i-Tüpfelchen" meines achtwöchigen Aufenthaltes war ein Tag in der Pressestelle, wo ich half, den Pressespiegel anzufertigen.

Alles in allem hat mir das Praktikum sehr viel Freude bereitet. Ich möchte mich auf diesem Wege bei allen - vor allem aber bei Frau Steinfurth, Frau Planz und Herrn Miles-Paul - für die nette Betreuung und die geduldige Beantwortung meiner Fragen bedanken. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich ins kalte Wasser geworfen wurde und - dem Antidiskriminierungsgesetz sei dank - nicht Kaffee kochen musste. Resümee: Es wird also nie so heiß gekocht, wie es gegessen bzw. getrunken wird.

kobinet-nachrichten 16.05.2008
http://www.kobinet-nachrichten.org




Neue Nutzungsmöglichkeiten für das Vereinshaus der BSG Kassel

In der Vergangenheit wurden wir öfter von verschiedenen Organisationen gefragt, ob sie für Trainingszwecke, Besprechungen, Schulungsveranstaltungen unser Vereinshaus im Waldauer Fußweg (Nähe ehemaliger Seglergaststätte) nutzen könnten. Derartige Anfragen haben wir in der Vergangenheit negativ beantwortet, da die Renovierung unseres Vereinshauses bevorstand.

Diese Renovierungsarbeiten sind nun abgeschlossen und unser Haus ist nun mit neuem Dach, verbesserter Dämmung und einer neuen Heizung ausgestattet. So sind wir jetzt auch gerne bereit, unsere Räumlichkeiten bei Bedarf anderen Organisationen oder Vereinen für die vorstehend genannten Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Da der Sportbetrieb in unserer Halle hauptsächlich am späteren Nachmittag und am Abend stattfindet, stehen unsere Räume überwiegend vormittags und teilweise am Wochenende zur Verfügung.

Unser Vereinshaus liegt mitten im Grünen, im Kasseler Naherholungsgebiet „Fulda-Aue“, ist aber sowohl mit dem Auto als auch mit dem Bus (Haltestelle „Fulda-Seen“) gut zu erreichen. Es umfasst eine Sporthalle in der Größe von ca. 130m² (bei Bedarf mit Bestuhlung und Funk-Mikrofon-Anlage), einen Aufenthaltsraum sowie eine gut ausgestattete Küche. Des Weiteren stehen Umkleidekabinen und Duschen zur Verfügung. Natürlich ist unser Vereinshaus absolut barrierefrei.

Falls Sie Bedarf an Räumlichkeiten haben, lassen Sie uns dies wissen, damit weitere Details besprochen werden können. Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Behinderten-SportGemeinschaft Kassel 1951 e.V.
1. Vorsitzender: Helmut Ernst
Tel.: 0561 / 4 00 95 60
E-Mail: vorstand@bsg-kassel.de
www.bsg-kassel.de





Die nächste Ausgabe von
„SELBSTBESTIMMT LEBEN“
erscheint Ende August 2008!