Begegnungen mit Ängsten und Träumen
FRANKENBERG (baz}. Eileen träumt davon, Mutter zu sein. Annika denkt
an ihre Oma, wenn sie die Sterne sieht. Und Yvonne weiß, wie wichtig
es ist, Freundinnen zu haben. Beim Projekttag „Wünsch deine
Träume" haben neun Schülerinnen der Kegelbergschuhe viereinhalb
Stunden lang über ihr Leben gesprochen und darüber, wie sie
es sich erhoffen.
Dabei haben sie nicht nur geredet, sondern ihre Träume auch auf
Poster gemalt und geschrieben. Angeboten hatten den Aktionstag Rita Schroll,
die Leiterin des Hessischen Koordinationsbüros für behinderte
Frauen, und der Verein Mädchenbus Nordhessen. Rita Schroll war persönlich
in die Schule gekommen, um den Mädchen Mut zu machen. Denn sie ist
blind, meistert ihr Leben aber vortrefflich. Sie erreichte bei dem Thementag
auch, dass sich ein Mädchen, das bis dahin Angst vor Hunden hatte,
mit ihrem Blindenhund anfreundete.
Auch die anderen Schülerinnen lernten ihre Grenzen und Möglichkeiten
kennen. In mehreren Übungen lernten sie, „Nein" zu sagen.
„Häufig achten sie im Alltag selbst nicht genug darauf, wo
ihre Grenzen liegen", sagte Schroll.
Als jeweils drei Mädchen auf ein viertes zugingen und dieses sagen
musste, ab wann ihr die Nähe unangenehm wird, merkten sie, dass sie
andere Menschen oft viel zu nah an sich heranlassen.
Die Schülerinnen waren am Ende des Aktionstages genauso zufrieden
wie die stellvertretende Schulleiterin Heike Adel: „Wir hoffen,
dass der wiederkommt." Für den Mädchenbus war es der erste
Besuch bei Schülerinnen mit Behinderungen, sagte Betreuerin Andrea
Kohl. „Das war auch für uns sehr bereichernd."
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