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Grafik: Schriftzug mit Logo Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen

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Grafik: Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen Befragung von Menschen mit Behinderung nach Ihren Erfahrungen in Rehakliniken



1. Name und Anschrift der Rehaklinik?

    Fachklinik Schömberg
    Klinik für psychosomatische Medizin
    Dr-Schröder-Weg 12
    75328 Schömberg

    Tel.: 07084 / 50 - 0
    Fax: 07084 / 50 - 135
    E-Mail: info@klinik-schoemberg.de
    Internet: www.klinik-schoemberg.de


2. Indikationsdiagnose?

    Psychoneurosen, funktionelle Störungen psychischen
    Ursprungs, Persönlichkeitsstörungen, psychosomatische
    Erkrankungen, psychophysische Erschöpfungssyndrome von
    Kranheitswert, Erlebnis- und Bewältigungsstörungen bei
    körperlichen Krankheiten. Essstörungen werden ebenfalls in
    der Klinik behandelt.


3. Was ist der Schwerpunkt der Therapie, wie das
    Behandlungskonzept: ganzheitlich, spiritueller Ansatz
    (z.B. Meditation) etc.?


    Aus dem Prospektmaterial der Klinik: „Die Klinik Schömberg
    arbeitet auf der Grundlage eines psychoanalytisch orientierten
    Konzeptes nach den Grundsätzen einer ganzheitlichen, d. h.
    körperliche, psychische und soziale Faktoren gleichermaßen
    berücksichtigenden Medizin. Der oberste Grundsatz der
    psychotherapeutischen Arbeit in der Klinik lautet: "Jeden
    Patienten dort abzuholen, wo er steht." Wir wollen also unseren
    Patienten unsere Verfahren nicht überstülpen, sondern wir
    versuchen, gemeinsam mit ihnen herauszufinden, welche
    psycho-therapeutischen Verfahren für sie geeignet sind. Dabei
    ist die aktive Mitarbeit der Patienten unerlässlich.“


4. War die Beratung vor dem Klinikaufenthalt zufrieden
    stellend, freundlich, zugewandt, verständnisvoll, etc.?


    Die Beratung vor dem Klinikaufenthalt war eher kurz. Es ging
    eher darum zu klären, unter welchen Voraussetzungen ich dort
    aufgenommen werden konnte. Das ging aber letztlich sehr
    schnell und reibungslos. Ich hatte persönlichen Kontakt zum
    damaligen Chefarzt, der alles nötige veranlasst hat.


5. Welche Behinderung haben Sie?

    Ich bin gesetzlich blind, habe neurologische Störungen und bin
    psychisch beeinträchtigt.


6. Benutzten Sie z.B. einen Rollstuhl oder andere
    Hilfsmittel?


    Als Hilfsmittel habe ich hauptsächlich elektronische
    Computerhilfsmittel sowie meinen Blindenführhund Erik.


7. Wenn aufgrund der Behinderung zusätzliche
    persönliche Hilfen notwendig waren, gab es hier
    Unterstützung von der Rehaklinik?


    Eine Schwester hat mich am ersten Tag in der Klinik
    herumgeführt und mir geeignete Wege zum Spazieren gehen
    mit meinem damaligen Führhund Tom in der Nähe der Klinik
    gezeigt.


8. Wenn Sie Hilfe bei der Intimpflege durch das Klinik-
    personal benötigten, konnten Sie das Geschlecht der
    ausführenden Person bestimmen?


    -


9. Gab es Einschränkungen in der Reha aufgrund der
    vorhandenen Behinderung? Wenn ja, welche?


    Ich konnte nicht an allen Freizeitangeboten teilnehmen. Davon
    hatte die Klinik auch nicht so viele. Da meine Mutter aber zur
    gleichen Zeit ebenfalls dort eine Kur gemacht hat, konnten wir
    zusammen viel unternehmen. Alleine wäre es nur nach ausführ-
    licherem Mobilitätstraining gegangen. Da ich die Ortschaft
    aber schon auf früheren Besuchen etwas kannte, habe ich
    mich trotzdem schnell zurechtgefunden.


10. Gab es in der Klinik zusätzliche Serviceangebote für
       Menschen mit Behinderung? Z.B. Hilfe bei der
       Orientierung in der Klinik und im Kurort.


       Wie schon erwähnt, hat mir eine Schwester da am Anfang
       sehr geholfen. Außerdem gab es von PatientInnen geführte
       Rundgänge durch die Klinik, die ich später auch selbst
       angeleitet habe.


11. Konnten Sie die Freizeitangebote der Klinik nutzen?

       Siehe oben.


12. Wie verhält sich die Klinik gegenüber eventuellen
       Begleitpersonen? Kooperativ, was Unterbringung
       und Finanzierung anbelangt oder ablehnend, bzw.
       abweisend?


        -


13. Falls Sie einen Blindenführhund haben, darf dieser
       mitgebracht werden? Wenn ja, entstehen zusätzliche
       Kosten? In welcher Höhe?


       Ich durfte meinen damaligen Blindenführhund Tom mit-
       nehmen. Er ist sehr freundlich aufgenommen worden und ich
       durfte ihn auch in der Klinik überall hin mitnehmen. In der
       Physiotherapie gab es sogar ein sogenanntes „Tomtuch“ auf
       dem Tom dann gelegen hat, wenn ich gebadet habe, oder
       anders behandelt worden bin. Die LVA hat einen zusätz-
       lichen Betrag von 20 DM pro Tag an die Klinik gezahlt. Sie
       haben Tom und mir etwas sehr viel hinter her geputzt (Klinik-
       hygiene). Das mutete mir manchmal etwas komisch an.


14. Falls Sie aufgrund Ihrer Hörbehinderung eine/n
       DolmetscherIn benötigen, entstehen für Sie
       zusätzliche Kosten? Wenn, in welcher Höhe?
       Wird eine Kostenübernahme von anderen Stellen
       übernommen?


       -


15. Waren alle Bereiche der Klinik für Sie trotz Ihrer
       Behinderung zugänglich und nutzbar? Wenn nein,
       welche Barrieren gab es?


        Keine Barrieren.


16. Gibt es weitere Erfahrungen, die Sie anderen
       PatientInnen mit Behinderung mitteilen möchten?


       Die Klinik ist sehr bemüht, tut aber manchmal schon zuviel
       des Guten, so dass eine zusätzliche Stigmatisierung ent-
       steht. Manches Mal hatte ich den Eindruck, dass nicht ich,
       sondern mein Hund Patient dort war. Hatte ich ein Problem
       oder war körperlich krank wurde es auf meine Psyche ge-
       schoben und ich wurde nicht ernst genommen. War mein
       Hund krank hat sich die halbe Klinik nach seinem Befinden
       erkundigt. Das war etwas seltsam. Zu Beginn brauchte ich
       einen langen Atem, um nötige Bedingungen für mich durch
       zu kämpfen. Als das geschehen war, war der Aufenthalt
       okay.



Wir weisen darauf hin, dass die Ergebnisse unserer Befragung auf den subjektiven Erfahrungen von einzelnen BesucherInnen der entsprechenden Klinik beruhen. Die Antworten der TeilnehmerInnen an unserer Befragung wurden anonymisiert und ohne redaktionelle Bearbeitung veröffentlicht.

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