Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen
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Grafik: Schriftzug mit Logo Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen

Pressearchiv 2003

Grafik: Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen Lobby für behinderte Frauen

Kasseler Koordinationsbüro kämpft gegen Diskriminierung

Foto v.l. Rita Schroll, Martina Puschke, Birgit Schoppmanns, Gisela Hermes, Ilona Caroli, Silke LautenschlägerKASSEL. Betroffenen eine politische Stimme zu geben, sie zu unterstützen und zu beraten, sind Ziel und Aufgabe des Hessischen Koordinationsbüros für behinderte Frauen. Seit zehn Jahren engagiert sich die Stelle in der Kölnischen Straße für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. Von Hessens Sozialministerin Silke Lautenschläger und Ilona Caroli, Kassels Sozialdezernentin, gab's dafür jetzt ein Dankeschön. "Die Lebensbedingungen behinderter Frauen sind schlechter als die von behinderten Männern", sagt Rita Schroll. Die 39-jährige Diplom-Sozialarbeiterin leitet das Koordinationsbüro seit April. Von Geburt an blind, kennt sie aus eigener Erfahrung die Probleme behinderter Frauen, 300000 sind es allein in Hessen. "Auf dem Arbeitsmarkt haben es behinderte Frauen am schwersten, eine Stelle zu bekommen", sagt Schroll. Jede zweite behinderte Frau erleide im Laufe ihres Lebens sexuelle Gewalt. Der Schutz durch den Gesetzgeber sei hierbei eingeschränkt. Uber seine Mitgliedschaft im Landesfrauenrat und im Landesbehindertenrat will das Koordinationsbüro hier politisch Einfluss nehmen, aktuell beim Landesgleichstellungsgesetz, das derzeit auf den Weg gebracht wird. Ein weiteres Ziel sind barrierefreie öffentliche Veranstaltungen nicht nur für Rollstuhlfahrer, sondern auch mit Gebärdendolmetscher und Blindenschrift. Auch der Zugang zu Arztpraxen sei noch nicht überall behindertengerecht.

Silke Lautenschläger kündigte Initiativen der Landesregierung an, "um bei Arbeitgebern Informationsdefizite und Ängste abzubauen, wenn es darum geht, Behinderte einzustellen". Wichtige Eckpfeiler bei den Beratungen zum Landesgleichstellungsgesetz seien neben dem Arbeitsmarkt die Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und des behindertengerechten Services von Behörden. Von einem Mädchen mit nur einem Arm berichtete Ilona Caroli: Es habe sich im Kindergarten geweigert, eine Armprothese zu benutzen, weil es sich dadurch in seinem natürlichen Körpergefühl beeinträchtigt fühlte. "Ein schönes Beispiel dafür, wie behinderte Menschen ihr Recht auf Selbstbestimmung wahrnehmen sollten", so Caroli. Die Besonderheit von Menschen anzuerkennen, sei eine der schwierigsten Herausforderungen des sozialen Zusammenlebens.

Das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen ist ein Projekt des Vereins zur Förderung der Autonomie Behinderter (FAB) und wird vom Hessischen Sozialministerium finanziert. (PFI) Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen, Kölnische Str. 99, 0 7 28 85 22, Internet: www.fab-kassel.de, E-Mail: hkbf"ab-kassel.de