Sie befinden sich hier:
Befragungen > Rehaeinrichtungen
Befragung von Menschen mit Behinderung nach Ihren Erfahrungen in Rehakliniken
1. Name und Anschrift der Rehaklinik?
Nordsee Reha-Klinikum II, St. Peter-Ording
Wohldweg 7
25826 St. Peter-Ording
Tel.: 0 48 63 / 7 06 02
Fax: 0 48 63 / 7 06 27 99
E-Mail: verw-nr2@rehaklinik.de
Internet: -
2. Indikationsdiagnose?
Spastische Tetraplegie bei ICP, Allergische Rhinitis, Asthma.
3. Was ist der Schwerpunkt der Therapie, wie das
Behandlungskonzept: ganzheitlich, spiritueller Ansatz
(z.B. Meditation) etc.?
Fachklinik für Orthopädie, Orthopädische AHB/AR,
Neurologie, Psychosomatik, zusätzliche Schwerpunkte:
Pneumologie, Dermatologie, Tinnitus (Brügger-Konzept).
4. War die Beratung vor dem Klinikaufenthalt zufrieden
stellend, freundlich, zugewandt, verständnisvoll, etc.?
Die Klinik wurde aufgrund eines vorangegangenen
Aufenthaltes von mir gewünscht. Der erste Aufenthalt erfolgte
aufgrund der Zuweisung des Kostenträgers (hier: BfA).
5. Welche Behinderung haben Sie?
Siehe Indikationsdiagnosen.
6. Benutzten Sie z.B. einen Rollstuhl oder andere
Hilfsmittel?
Rollstuhl, Gehstock, Dreirad.
7. Wenn aufgrund der Behinderung zusätzliche
persönliche Hilfen notwendig waren, gab es hier
Unterstützung von der Rehaklinik?
Ja.
8. Wenn Sie Hilfe bei der Intimpflege durch das Klinik-
personal benötigten, konnten Sie das Geschlecht der
ausführenden Person bestimmen?
Benötige ich nicht.
9. Gab es Einschränkungen in der Reha aufgrund der
vorhandenen Behinderung? Wenn ja, welche?
Nein. Alle Einrichtungen des Hauses konnten genutzt werden.
Kleine Verbesserungen (Änderung der Höhe der Siegel und
Haken etc.) wurden von mir bei der PDL angeregt.
10. Gab es in der Klinik zusätzliche Serviceangebote für
Menschen mit Behinderung? Z.B. Hilfe bei der
Orientierung in der Klinik und im Kurort.
Erforderliche Hilfen werden individuell geleistet. Sind um-
fangreichere Hilfen erforderlich (z.B. ständige Begleitung bei
blinden Menschen), werden diese von der PDL eingeplant
und ein Termin vergeben, an dem das Haus weniger
frequentiert ist und das Pflegepersonal mehr Kapazitäten
hat.
Generell ist das Pflegepersonal eher knapp bemessen. Das
liegt nach Angaben der Klinik vor allem daran, dass die
Pflegesätze in den letzten 10 Jahren nicht erhöht worden
sind, wohingegen der durchschnittliche Hilfebdarf der
PatientInnen stark gestiegen ist (mehr AHB-PatientInnen mit
kürzerer Verweildauer).
11. Konnten Sie die Freizeitangebote der Klinik nutzen?
Ja.
12. Wie verhält sich die Klinik gegenüber eventuellen
Begleitpersonen? Kooperativ, was Unterbringung
und Finanzierung anbelangt oder ablehnend, bzw.
abweisend?
Es gibt einige Zimmer für RollstuhlfahrerInnen. Die sind mit
einem weiteren Bett für eine Begleitperson ausgestattet.
Auch in den anderen Zimmern kann ein weiteres Bett für
eine Begleitperson oder Besuch aufgestellt werden. Dann
wird es allerdings recht eng. Ich hatte den Eindruck, dass
Begleitpersonen gern mit ausgenommen werden, da sie ja
auch das Personal entlasten und dem Haus zusätzliche volle
Betten bringen. Die Finanzierung sollte vorher geklärt sein.
Besuch muß natürlich selbst zahlen. Von daher verstehe ich
die Frage nicht ganz.
13. Falls Sie einen Blindenführhund haben, darf dieser
mitgebracht werden? Wenn ja, entstehen zusätzliche
Kosten? In welcher Höhe?
-
14. Falls Sie aufgrund Ihrer Hörbehinderung eine/n
DolmetscherIn benötigen, entstehen für Sie
zusätzliche Kosten? Wenn, in welcher Höhe?
Wird eine Kostenübernahme von anderen Stellen
übernommen?
-
15. Waren alle Bereiche der Klinik für Sie trotz Ihrer
Behinderung zugänglich und nutzbar? Wenn nein,
welche Barrieren gab es?
s.o.
16. Gibt es weitere Erfahrungen, die Sie anderen
PatientInnen mit Behinderung mitteilen möchten?
Menschen, die von Geburt an oder schon lange behindert
sind sowie RollstuhlfahrerInnen sind dieser Klinik (wie in den
anderen wahrscheinlich auch) eher die Ausnahme. Alle dort
arbeitenden Menschen sind jedoch im Rahmen des mög-
lichen bemüht, auf individuelle Bedingungen, Wünsche und
Vorstellungen der PatientInnen einzugehen.
Als berufstätige Frau mit Behinderung und Mutter von zwei
kleinen Kindern habe ich dort eine hohe Wertschätzung
erfahren und wurde mit meinen Vorstellungen und Fragen,
aber auch mit meinen Kompetenzen und Einschätzungen in
Bezug auf meine Behinderung sehr ernst genommen.
Insgesamt würde ich diese Klinik weiterempfehlen.
Die Umgebung der Klinik ist aufgrund der flachen Topo-
grafie eher rolli- und fahrradfreundlich. Da es am Ort
mehrere Kliniken gibt, ist man auf Menschen mit Mobilitäts-
einschränkungen eingestellt. Leitsysteme für blinde
Menschen habe ich nicht gesehen, es gibt jedoch
akustische Ampeln, die aber nur teilweise funktionieren.
Allgemeine Tipps:
Vor der Antragstellung sollte jedoch mit der Klinik geklärt
werden, ob die Indikationen auch passen. In Antrag sollte
die Klinik dann als Wunsch angegeben werden, am besten
mit Begründung. Auch der Arzt kann in seinem Bogen die
Klinik noch mal empfehlen.
Sind aufgrund der Behinderung besondere Hilfen erforder-
lich, sollte auch dies vorher mit der Klinik geklärt werden und
unbedingt im Antrag aufgeführt werden. Nur so können z.B.
Kosten für eine erforderliche Begleitperson auch über-
nommen werden.
Wir weisen darauf hin, dass die Ergebnisse unserer Befragung auf den
subjektiven Erfahrungen von einzelnen BesucherInnen der entsprechenden Klinik beruhen.
Die Antworten der TeilnehmerInnen an unserer Befragung wurden anonymisiert und ohne redaktionelle Bearbeitung veröffentlicht.
nach oben |