Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen
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Grafik: Schriftzug mit Logo Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen

Pressearchiv 2003

Aufstand der Betreuten November/Dezember 2003

Grafik: Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen Das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen hatte Geburtstag

All denjenigen, die leider nicht an der Zehnjahresfeier des Hessischen Koordinationsbüros für behinderte Frauen teilnehmen konnten, möchten wir hier kurz von der aus unserer Sicht sehr gelungenen Feier - die am 03. September 2003 in unseren Räumen stattfand - berichten.

Bei jedem Ereignis gibt es zumeist auch einen kleinen Wehmutstropfen. Dieser wurde uns gleich zu Beginn unserer Feier präsentiert: Die Hessische Sozialministerin lobte zwar die Arbeit des Hessischen Koordinationsbüros für behinderte Frauen, deutete aber auch an, dass wir trotz allem, mit einer Kürzung rechnen müssen. Frau Ilona Caroli - die damalige Sozialdezernentin der Stadt Kassel - hob besonders die gute Zusammenarbeit zwischen dem Koordinationsbüro und der Frauenbeauftragten der Stadt Kassel hervor. Als Konsequenz dieser Zusammenarbeit soll dieses Jahr der Kasseler Frauenreader erstmalig auch auf Diskette zu beziehen sein. Zudem gibt es zusätzlich zum fab auch eine Vorstellung des Hessischen Koordinationsbüros für behinderte Frauen im Kasseler Frauenreader.

Gisela Hermes - Vorstandsmitglied des fab e. V. - skizzierte wesentliche Punkte der Arbeit des Hessischen Koordinationsbüros. Sie hob besonders die Vielseitigkeit und das große Engagement von allen Mitarbeiterinnen, die bisher im Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen tätig waren - hervor. Besonders erfreut waren wir, dass uns Hildegard Hast - eine von vier Sprecherinnen der Hessischen Frauenbüros - Grußworte überbrachte. Frau Hast war sehr betroffen, dass in einer Publikation zu lesen war, dass sich die Frauenbeauftragten nur in den seltensten Fällen auch für Frauen mit Behinderungen zuständig fühlten. In Ihrem Grußwort - aber auch im bisherigen Miteinander - wurde sehr deutlich, dass Frau Hast sowie der LAG der hessischen Frauenbüros die Zusammenarbeit mit behinderten Frauen ein wichtiges Anliegen ist.

Auch Friedel Rinn - Beauftragter für die Belange behinderter Menschen - sowie Frau Margaretha Hölldobler-Heumüller - frauenpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / die Grünen - boten dem Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen Unterstützung an.

Vertreterinnen von Beratungsstellen aus dem ganzen Bundesgebiet, örtliche VertreterInnen aus der Politik, sowie zahlreiche Menschen mit Behinderungen zählten natürlich ebenfalls zu unseren Gästen.

In der sich anschließenden Talkrunde wurden u. a. erreichte Meilensteine und Zukunftswünsche für Frauen mit Behinderung diskutiert. Das Bundesgleichstellungsgesetz, die Sexualstrafrechtsreform, die 3-jährige Finanzierung vom Weibernetz - der bundesweiten politischen Interessenvertretung von Frauen mit Behinderungen e. V. -, sind nur einige Meilensteine, die von unseren Podiumsgästen und dem rege diskutierenden Publikum genannt wurden. Ein Landesgleichstellungsgesetz in Hessen, Einbeziehung von Frauen mit allen Behinderungen (z. B. die selbstverständliche Hinzuziehung von GebärdendolmetscherInnen und Höranlagen bei Veranstaltungen), mehr Einfluss in der Politik, eine Zeitschrift ähnlich der "Brigitte" für Frauen und Mädchen mit Behinderung sowie mehr Austauschmöglichkeiten von Frauen mit und ohne Behinderungen untereinander, sind einige der geäußerten Zukunftswünsche.

Exkurs: Dieser Wunsch kann bald - zumindest für Frauen mit E-Mail-Möglichkeit - realisiert werden, denn noch in diesem Jahr richtet das Hessische Koordinationsbüro eine entsprechende E-Mail-Liste ein. Näheres hierzu wird im nächsten "Aufstand" zu lesen sein.

Abgerundet wurde der Festakt durch die blinde Folkloristin Monika Häusler aus Marburg. Sie präsentierte uns auf ihrem Akkordeon provencialische, slowakische Volksweisen und portugiesischen Fado.

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