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Grafik: Schriftzug mit Logo Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen

Sie befinden sich hier: Befragungen > Rehaeinrichtungen

Grafik: Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen Befragung von Menschen mit Behinderung nach Ihren Erfahrungen in Rehakliniken



1. Name und Anschrift der Rehaklinik?

    Salze-Klinik
    An der Peesel 5 + 6
    Bad Salzdetfurth

    Tel.: 0 50 63 / 47 02
    Fax: 0 50 63 / 23 74
    E-Mail: -
    Internet: -


2. Indikationsdiagnose?

    Hüftdysplasie beidseitig, Wechsel-TEP rechts.


3. Was ist der Schwerpunkt der Therapie, wie das
    Behandlungskonzept: ganzheitlich, spiritueller Ansatz
    (z.B. Meditation) etc.?


    "Klassische" Reha: KG, Massage, Bewegungsbad, unterstützt
    durch Fachvorträge.


4. War die Beratung vor dem Klinikaufenthalt zufrieden
    stellend, freundlich, zugewandt, verständnisvoll, etc.?


    Aufnahmegespräch wurde durch Vertretungsärztin der Klinik
    durchgeführt, die die Patienten nicht ernst genommen hat.
    Meine eigenen Wünsche und Anregungen wurden ignoriert;
    sie verordnete ein Schmerzmedikament (Vioxx), obwohl ich
    deutlich gesagt habe, dass ich keine Schmerzen habe.


5. Welche Behinderung haben Sie?

    Hüftdysplasie beidseitig, Wechsel-TEP rechts, sowie
    Skoliose.


6. Benutzten Sie z.B. einen Rollstuhl oder andere
    Hilfsmittel?


    Im Augenblick häufig eine Gehstütze mit Trend zur Besserung.


7. Wenn aufgrund der Behinderung zusätzliche
    persönliche Hilfen notwendig waren, gab es hier
    Unterstützung von der Rehaklinik?


    Das Personal (z.B. Pflegekräfte, Servicekräfte im Speisesaal)
    war bemüht, aber aufgrund der personellen Unterbesetzung
    absolut überfordert.


8. Wenn Sie Hilfe bei der Intimpflege durch das Klinik-
    personal benötigten, konnten Sie das Geschlecht der
    ausführenden Person bestimmen?


    -


9. Gab es Einschränkungen in der Reha aufgrund der
    vorhandenen Behinderung? Wenn ja, welche?


    Während der Reha durfte ich das rechte Bein nur teilbelasten
    und hatte deshalb zwei Gehhilfen. Auf diese Einschränkung
    bezogen war das Bad (im Einzelzimmer) zu klein, einzelne
    Vorrichtungen konnten nur mit für Hüft-TEP-Patienten ver-
    botenen Bewegungen erreicht werden. Die Duschwanne hatte
    einen zu hohen Rand, in der Dusche gab es fast keine
    Möglichkeit, Duschutensilien bequem abzustellen. Der sog.
    Duschhocker war für die Kabinengröße überdimensioniert, so
    dass ich mit den Knien gegen die Duschabtrennung gestoßen
    bin. Die Bodenfliesen im Schwimmbad und der angeglieder-
    ten Umkleide waren nicht rutschhemmend; der Bodenbelag im
    Flur vor den Umkleiden wurde schon bei geringer Feuchtigkeit
    sehr glatt, was besonders beim Gehen mit Gehstützen kritisch
    war.


10. Gab es in der Klinik zusätzliche Serviceangebote für
       Menschen mit Behinderung? Z.B. Hilfe bei der
       Orientierung in der Klinik und im Kurort.


       -


11. Konnten Sie die Freizeitangebote der Klinik nutzen?

       Der Hobbybereich im Haus war während meines Auf-
       enthaltes wegen Umbaus geschlossen. Es gab die Möglich-
       keit, den des zweiten Klinikkomplexes (Salze 1) zu nutzen,
       dazu hätte ich jedoch zunächst ein ganzes Stück bergauf
       gehen müssen, was mir wegen der damaligen Teilbelastung
       zu mühsam war. Die anderen Freizeitangebote (Dia-Vor-
       träge, Blasmusik u.ä.) trafen nicht meinen Geschmack.


12. Wie verhält sich die Klinik gegenüber eventuellen
       Begleitpersonen? Kooperativ, was Unterbringung
       und Finanzierung anbelangt oder ablehnend, bzw.
       abweisend?


       -


13. Falls Sie einen Blindenführhund haben, darf dieser
       mitgebracht werden? Wenn ja, entstehen zusätzliche
       Kosten? In welcher Höhe?


       -


14. Falls Sie aufgrund Ihrer Hörbehinderung eine/n
       DolmetscherIn benötigen, entstehen für Sie
       zusätzliche Kosten? Wenn, in welcher Höhe?
       Wird eine Kostenübernahme von anderen Stellen
       übernommen?


       -


15. Waren alle Bereiche der Klinik für Sie trotz Ihrer
       Behinderung zugänglich und nutzbar? Wenn nein,
       welche Barrieren gab es?


       Manche Bereiche waren nur erschwert oder unter den
       beschriebenen Risiken nutzbar.


16. Gibt es weitere Erfahrungen, die Sie anderen
       PatientInnen mit Behinderung mitteilen möchten?


       Dies war mein erster Reha-Aufenthalt überhaupt. Sollte es
       einen weiteren geben, würde ich mich vorher genauer über
       die jeweilige Klinik erkundigen, und zwar nicht nur über das
       aktuelle Angebot, sondern auch über ihre Historie: Die
       Salze-Klinik war im Ursprung an anderer Stelle des Ortes als
       Herz-Kreislauf-Klinik geplant gewesen, was aber bei dem
       dann ausgewählten Standort in Hanglage am Ortsrand nicht
       mehr machbar war. Daraufhin wurde sie als Kurklinik kon-
       zipiert, bis dann in den 80'er Jahren eine Reform des
       Gesundheitswesens einen enormen zahlenmäßigen Rück-
       gang der Kurgäste mit sich brachte. Die Klinik wurde dann
       ohne weitere Umbauten kurzerhand zu einer Reha-Klinik
       "umgewidmet".
       Ich möchte meinen Angaben ergänzend hinzufügen, dass ich
       die Salze-Klinik nicht grundsätzlich ablehne, weil das Per-
       sonal (vor allem die Therapeuten) einen kompetenten Ein-
       druck auf mich gemacht haben. Am Ende des 4-wöchigen
       Aufenthaltes habe ich das Angebot angenommen, meine
       Kritik schriftlich zum Ausdruck zu bringen. Da der von der
       Klinik vorgegebene Fragebogen aber nur einige dürftige
       Fragen enthielt, habe ich mit 1 1/2 handschriftlichen Seiten
       meine Kritik am Haus formuliert, darauf jedoch nie eine
       Antwort erhalten.



Wir weisen darauf hin, dass die Ergebnisse unserer Befragung auf den subjektiven Erfahrungen von einzelnen BesucherInnen der entsprechenden Klinik beruhen. Die Antworten der TeilnehmerInnen an unserer Befragung wurden anonymisiert und ohne redaktionelle Bearbeitung veröffentlicht.

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