Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen
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Grafik: Schriftzug mit Logo Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen

Pressearchiv 2005

Grafik: Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen Behinderte Frauen werden doppelt diskriminiert!

Trudi Kindl sprach mit Rita Schroll vom Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen

Das hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen ist die einzige Einrichtung in Hessen, die die Anliegen, Interessen und Wünsche dieser Gruppe vertritt. Behinderte Frauen werden in der Gesellschaft doppelt benachteiligt: als Frauen und als Behinderte. Die bestehenden Benachteiligungen für Frauen verstärken sich durch die Behinderung: So ist beispielsweise die Arbeitslosigkeit wesentlich höher als bei anderen Frauen. Um diese diskriminierung besser bekämpfen zu können, wurde 1993 durch das hessische Sozialministerium mit Unterstützung des Vereins zur Förderung der Autonomie Behinderter (FAB e. V.) das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen gegründet. Welche Aufgaben ergeben sich hier?

Um die politische Lobbyarbeit gezielt durchführen zu können, arbeitet Frau Schroll in Gremien für Frauen und Behinderte wie z. B. den Landesfrauen- und Behindertenbeiräten mit. Beim Hessischen Gleichstellungsgesetz wurde sie um Rat gebeten und konnte mit Hilfe des Netzwerkes behinderter Frauen eine Stellungnahme dazu abgeben.

Sie hat Kontakte zu Beratungs- und Fortbildungseinrichtungen (z. B. Leben mit Krebs, Pro Familia oder zur Volkshochschule) sowohl auf Landes- wie auf kommunaler Ebene aufgebaut, um die gegenseitige Zusammenarbeit zu verstärken und um gemeinsame Veranstaltungen und Seminare durchzuführen. Diese sind sowohl für alle Frauen wie etwa zu den Wechseljahren, aber auch speziell für behinderte Frauen, beispielsweise zur Selbstuntersuchung: Aufgrund der Behinderung kann der Frauenkörper entstellt sein, wodurch sich Betroffene nicht trauen, derartige Angebote bei anderen Frauenberatungsstellen zu nutzen. Daher ist es wichtig, Seminare gezielt für Frauen mit Behinderungen durchzuführen. Betroffene und Angehörige können hier auch Adressen von Gebärdendolmetscherinnen, Selbstverteidigungstrainerinnen oder Therapeutinnen erhalten, die sich vorstellen können, mit ihnen auch an ihren spezifischen Problemstellungen zu arbeiten.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Öffentlichkeitsarbeit: Neben vielen Pressekontakten gibt sie Informationen zur Situation behinderter Frauen heraus: In Marburg bringt sie zum Beispiel Erfahrungen in einer Broschüre zur Gewalt gegen Frauen ein, die an Ärzte verteilt werden soll. In einer Bibliographie wird Literatur von, für und über Frauen mit Behinderung archiviert.

Im Rahmen des Frauentages, der dieses Jahr unter dem Motto "was uns bewegt ... und was wir bewegen: für Frieden und soziale Gerechtigkeit - weltweit - gegen Sozialabbau, Neoliberalismus Männergewalt und Krieg" steht, führt sie mit dem Weibernetz und dem Frauenhaus Kassel am 1. März um 19.30 Uhr im Philip-Scheidemann-Haus eine Veranstaltung über die Auswirkungen eines Gendiagnostikgesetzes für Frauen durch. Am 8. März gibt es ab 15.00 Uhr auf dem Königsplatz Infostände von verschiedenen Frauenprojekten. Beim Girlsday, der am 28. April stattfindet, macht sie in Kassel Angebote für behinderte Mädchen, berät aber auch Einrichtungen bei der behindertengerechten Gestaltung dieses Tages.

Wer zum Koordinationsbüro Kontakt aufnehmen möchte, kann dies unter folgender Adresse tun: Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen,
Kölnische Straße 99, 34119 Kassel, Tel.: 0561/72885-22, Mail: hkbf@fab-kassel.de

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