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Grafik: Schriftzug mit Logo Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen

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Grafik: Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen Befragung von Menschen mit Behinderung nach Ihren Erfahrungen in Rehakliniken



1. Name und Anschrift der Rehaklinik?

    TCM - Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin
    Ludwigstr. 2
    93444 Kötzting

    Tel.: 0 99 41 / 60 9 - 0
    Fax: 0 99 41 / 60 9 - 4 99
    E-Mail: kontakt@tcm.info
    Internet: www.tcm.info


2. Indikationsdiagnose?

    Vom Arzt aufgeschrieben: depressive Erschöpfungszustände
    und Nacken-Schulter-Arm-Syndrom. Aber auch: Interesse
    daran, ob TCM mir bezügl. MS helfen kann; MS selbst wäre
    aber als Diagnose nicht möglich gewesen.

    Ausserdem werden in der Klinik noch folgende Diagnosen
    behandelt:
   
    Erkrankungen der Atemwege, Hauterkrankungen, Herz-Kreis-
    lauferkrankungen, Magen- Darmerkrankungen, Migräne,
    Orthopädie.


3. Was ist der Schwerpunkt der Therapie, wie das
    Behandlungskonzept: ganzheitlich, spiritueller Ansatz
    (z.B. Meditation) etc.?


    Ja, ist schon ganzheitlich und auch ein wenig spirituell; leider
    war Ganzheitlichkeit während meines Aufenthaltes
    eingeschränkt, denn Ernährungsberaterin, die gleichzeitig
    auch so etwas wie Psychotherapie anbieten soll, war im
    Urlaub.


4. War die Beratung vor dem Klinikaufenthalt zufrieden
    stellend, freundlich, zugewandt, verständnisvoll, etc.?


    Habe vorher wenig Beratung eingeholt; Blindheit war aber
    durch Hausärztin bekannt; habe nur gesagt, dass ich Hilfe bei
    Mobilität am Anfang brauche.


5. Welche Behinderung haben Sie?

    Vollblindheit seit 4. Lebensjahr (1970); MS (zum Glück noch
    ohne sichtbare Auswirkungen) seit 1993 bekannt.


6. Benutzten Sie z.B. einen Rollstuhl oder andere
    Hilfsmittel?


    Rolli zum Glück (noch) nicht! Als Hilftsmittel immer den Weißen
    Blindenstock und was man als Blinde sonst so braucht (Uhr,
    Tafel, Diktiergerät).


7. Wenn aufgrund der Behinderung zusätzliche
    persönliche Hilfen notwendig waren, gab es hier
    Unterstützung von der Rehaklinik?


    Auf jeden Fall! Eine Schwester hat mir am 1. Tag die Klinik
    sehr ausführlich gezeigt, so dass ich mich künftig allein
    zurechtgefunden habe, immer aber Hilfe bekam, wenn es
    schwierig wurde.


8. Wenn Sie Hilfe bei der Intimpflege durch das Klinik-
    personal benötigten, konnten Sie das Geschlecht der
    ausführenden Person bestimmen?


    Diese Hilfe brauchte ich zum Glück nicht; es gab aber m.E.
    wenig Männer als Pflegekräfte.


9. Gab es Einschränkungen in der Reha aufgrund der
    vorhandenen Behinderung? Wenn ja, welche?


    Im Prinzip keine; das habe ich aber auch meinen Mitpatienten
    zu verdanken, denn sonst hätte ich am Chi Gon vielleicht nicht
    teilnehmen können, denn die Übungen wurden mir von
    Mitpatienten gezeigt, der chinesische Arzt hat sie vorgemacht,
    konnte aber zu wenig deutsch, als dass er sie mir hätte
    erklären können.


10. Gab es in der Klinik zusätzliche Serviceangebote für
       Menschen mit Behinderung? Z.B. Hilfe bei der
       Orientierung in der Klinik und im Kurort.


       Pauschal vermutlich nicht, aber auf Nachfrage in der Klinik ja
       (siehe oben); im Kurort weiß ich nicht, da hatte ich zum Glück
       guten Kontakt zu Mitpatienten!


11. Konnten Sie die Freizeitangebote der Klinik nutzen?

       Davon gab es, glaube ich, nicht all zu viele; die die es gab,
       konnte ich nutzen.


12. Wie verhält sich die Klinik gegenüber eventuellen
       Begleitpersonen? Kooperativ, was Unterbringung
       und Finanzierung anbelangt oder ablehnend, bzw.
       abweisend?


        Weiß ich nicht, bin ohne gekommen und gefahren.


13. Falls Sie einen Blindenführhund haben, darf dieser
       mitgebracht werden? Wenn ja, entstehen zusätzliche
       Kosten? In welcher Höhe?


       Habe ich nicht.


14. Falls Sie aufgrund Ihrer Hörbehinderung eine/n
       DolmetscherIn benötigen, entstehen für Sie
       zusätzliche Kosten? Wenn, in welcher Höhe?
       Wird eine Kostenübernahme von anderen Stellen
       übernommen?


       -


15. Waren alle Bereiche der Klinik für Sie trotz Ihrer
       Behinderung zugänglich und nutzbar? Wenn nein,
       welche Barrieren gab es?


        Die Bereiche, die ich brauchte, waren alle nutzbar!


16. Gibt es weitere Erfahrungen, die Sie anderen
       PatientInnen mit Behinderung mitteilen möchten?


        - Bei aller Behindertenfreundlichkeit und –aufge-
          schlossenheit braucht es immer eine Menge Mut!
          Ohne geht es nicht! Mut wünsche ich allen anderen!
        - Das Essen möglichst nicht allein im Zimmer einnehmen,
          z.B. aus Scham! Besser ist es, sich zu überwinden, in den
          Speiseraum zu gelangen, um auf jeden Fall wichtigen
          Kontakt zu Mitpatienten zu bekommen; nicht am Extratisch
          sitzen, sondern mitten bei den anderen!
        - So viel Hilfe und Extras wie nötig, aber so wenig wie
          möglich! Möglichst viel Normalität finde ich wichtig!



Wir weisen darauf hin, dass die Ergebnisse unserer Befragung auf den subjektiven Erfahrungen von einzelnen BesucherInnen der entsprechenden Klinik beruhen. Die Antworten der TeilnehmerInnen an unserer Befragung wurden anonymisiert und ohne redaktionelle Bearbeitung veröffentlicht.

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