nach der Ferienzeit sorgen wir dafür, dass sich der Terminkalender
wieder füllt. So sind hier beispielsweise ein Informations- und Beratungstag
zum Persönlichen Budget (16.10.), eine Tagesveranstaltung zu Behinderung
und Identität mit Vicki und Bill Bruckner aus den U.S.A. (02.10.) oder
ein Erich-Kästnerabend, gelesen von Helga Weber (11.11.), zu nennen. Bei
„Bunt Vermischtes“ werden anhand des Beispiels von Karsten Eckhardt
Erfahrungen mit dem Persönlichen Budget beschrieben und in einem Bericht
geht es um Aktivitäten behinderter Mädchen beim Girls´Day.
Viel Spaß beim Lesen
Birgit Schopmans
(für die Redaktion)
An diesem Donnerstag im freiRAUM tragen unbekannte
Künstlerinnen und Künstler Musikalisches oder Literarisches vor.
Diesmal haben wir heitere und ernste Texte und etwas aus der Sparte Phantasie
dabei. Das ein oder andere Selbstgeschriebene handelt auch von den eignen
Erfahrungen mit einer Behinderung.
Als musikalische Beiträge wird es wieder Stücke von verschiednen
Liedermachern begleitet durch Gitarre und Okulele geben.
Wir hoffen, viele an diesem Abend zu treffen, die die Vielfalt der Worte und
Klänge auf sich wirken lassen. Lasst Euch, lassen Sie sich überraschen!
Veranstalter: fab e.V. in Kooperation mit dem Kasseler Behindertenbeirat.
Victoria und Bill Bruckner sind Menschen mit
Behinderungen, die in der amerikanischen Independent Living Bewegung seit
über 20 Jahren aktiv mitwirken. An diesem Abend berichten sie über
die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung in Amerika. Sie beleuchten
u.a. die Themen persönliche Assistenz, Krankenversicherung, Wohnen und
Wohnformen sowie weitere soziale Unterstützungsangebote für Menschen
mit Behinderung. Die Situation soll kritisch unter die Lupe genommen werden.
Zudem gibt es im Anschluss die Gelegenheit zu einer Diskussion und zum Vergleich
mit unseren Verhältnissen in Deutschland.
Für einen Dolmetscher ist an diesem Abend gesorgt.
Wir alle kennen Erich Kästner als Autor
wunderbarer Kinderbücher.
Daneben und eigentlich vor allem gibt es aber noch den Kästner für
Erwachsene, der humorvoll sein kann, aber auch beißend ironisch, manchmal
sogar zynisch.
Den Zeitgeist der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat kaum jemand
so präzise wie er mit feinen Operationsmessern seziert. Als Moralist
hält er seiner Umgebung den Spiegel vor, als kritischer Intellektueller
kämpft er für eine bessere, eine humane Welt und muss schließlich
doch vor der Ignoranz seiner Zeitgenossen kapitulieren.
Diesen Kästner, der neben Tucholsky der vielleicht bedeutendste zeitgenössische
Satiriker ist, will Helga Weber Ihnen im Rahmen ihrer Lesung am 11. November
vorstellen.
Birgit Schopmans und Deniz Kürtoglu laden zum Offenen Frühstück
ein.
Wie wäre es, mitten in der Woche, in Gesellschaft mit anderen netten Leuten,
gemütlich zu frühstücken? Mitzubringen sind nur etwas Hunger, Kaffee- oder Teedurst
und der Wunsch, sich vielleicht mit dem Tischnachbarn / der Tischnachbarin in
ein Gespräch verwickeln zu lassen. Kostenbeitrag: 2,- bis 4,- € nach Selbsteinschätzung.
Bitte einen Tag vorher unter Tel.: 05 61 / 7 28 85 - 24 oder per E-Mail
Birgit.Schopmans@fab-kassel.de
anmelden!
Ort: café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel
Jeden Montagnachmittag sind Menschen mit und ohne Behinderungen
herzlich ins café freiRAUM eingeladen. Beim Offenen Café können Menschen jeden
Alters miteinander ins Gespräch kommen.
Im café freiRAUM gibt es Tee, Kaffee, kalte Getränke und ein wechselndes Kuchenangebot
zu günstigen Preisen. Immer am 2. Montag im Monat gibt es sogar Livemusik (Saxophon)
und frische Waffeln!
Infos: Angela Heitbrink, fab e. V. unter 05 61 / 7 28 85 -
12,
Angela.Heitbrink@fab-kassel.de
oder 05 61 / 7 28 85 - 0.
Do., 30.09.2010 um 19.00 Uhr
Do., 28.10.2010 um 19.00 Uhr
Ort: Allegro-Restaurant, Friedrich-Ebert-Str. 78, Kassel
Werner Lindenborn und Stefan Collet laden zum „Offenen Stammtisch für
behinderte und chronisch kranke Menschen“ ein. Wir hoffen auf Eure /
Ihre zahlreiche Teilnahme und freuen uns darauf viele bekannte und neue Leute
zu treffen, interessante Gespräche zu führen, edle Speisen und Getränke
genießen zu können und Spaß miteinander zu haben...
Nähere Informationen: Werner Lindenborn, Tel.: 05 61 /
8 51 65!
Wir bieten im café freiRAUM einen Doppelkopfabend an.
Dieser Termin findet in der Regel jeden 2. und 4. Dienstag im Monat um 19 Uhr
statt. Wie wäre es sich mitten in der Woche gemeinsam mit anderen netten
Leuten zu treffen und in einer gemütlichen Runde miteinander Doppelkopf
zu spielen? Hast Du Lust, dann komm doch einfach mal vorbei. Mitzubringen sind
nur gute Laune, Spaß am Doppelkopf spielen und falls vorhanden ein Kartenspiel
für Doppelkopf: Wir freuen uns über jeden, der uns besuchen kommt
und Lust hat mitzuspielen!!!
Nähere Informationen könnt Ihr bei Deniz Kürtoglu unter der Nummer
05 61 / 7 28 85 - 50 oder 0 15 77 / 9 27 06 11 erhalten!
... und laden Euch alle herzlich dazu ein.
In der Regel am 2. Sonntag im Monat steht ein Land kulinarisch-kulturell im
Mittelpunkt. Wir werden ausgewählte Spezialitäten des jeweiligen Landes zubereiten.
Im Preis von 9,50 € ist ein landestypisches Getränk inklusiv.
Vegetarier bitte unbedingt bei der Anmeldung fleischlose Kost bestellen.
Einlass: ab 17:00 Uhr
Beginn: 18:00 Uhr
Ort: café freiRAUM, Friedrich-Ebert-Str. 92, Kassel
Anmeldung:
Telefonr.: 05 61 / 5 20 70 70 Petra Linsel und Udo Kares (bitte auch auf den
Anrufbeantworter mit Rückrufnummer sprechen)
E-Mail: weltessen@gmx.de
So., 12.09.2010 ab 17.00 Uhr
Mexiko
Anmeldeschluss: Di., 07.09.2010
So., 10.10.2010 ab 17.00 Uhr
Essen aus 1001 Nacht
Anmeldeschluss: Di., 05.10.2010
Deniz Kürtoglu und Stella Auer laden zu den nächsten
Terminen der Freizeitgruppe ein. Neueinsteiger sind herzlich willkommen. Fragen
zu den Veranstaltungen beantwortet Deniz Kürtoglu unter: 01577 / 9 27 06
11 oder Stella Auer 01578 / 615 18 32. Anmeldungen könnt Ihr auch telefonisch
in der Zentrale tätigen, Tel.: 0561 / 72 88 50.
Die nächsten Treffen sind am: :
Fr., 24.09.10: Eis essen
Treffpunkt: 18.00 Uhr vor dem barrierefreien Eingang des City Point
am Königsplatz.
Wir möchten nach dem Ende des Sommers noch gerne mit euch im City Point
Eis essen gehen.
Fr., 22.10.10: Kegeln
Treffpunkt: 16.50 Uhr
Vor dem Eingang der Bowling und Kegelarena Auepark Kassel, Damaschkestr.. Wer
Lust auf eine Kegelrunde in netter Gesellschaft hat ist herzlich eingeladen
mit uns zur Kegelgruppe der Behindertensportgemeinschaft zu kommen. Der Eintritt
ist frei, es sollten saubere Sportschuhe mitgebracht werden, sonst können
sie vor Ort gegen eine kleine Gebühr ausgeliehen werden.
Nachdem wir nun bei dem ersten Treffen uns eine mögliche
Wohngegend angeschaut haben und gemeinsam auf dem Stadtfest waren, laden wir
wieder ganz herzlich zu unserem nächsten Treffen ein.
Wir sind bisher noch eine kleine Gruppe von jungen Menschen mit Behinderungen,
die das gleiche Ziel haben, irgendwann eine geeignete Wohnung entweder gemeinsam
oder auch alleine zu finden.
Bei den Treffen wollen wir Antworten auf Fragen finden wie:
Wie will ich wohnen?
Wie geht das eigentlich?
Was gibt es für Möglichkeiten?
Wie erreiche ich das?
Damit das auch Spaß macht, wollen wir beim nächsten Treffen gemeinsam
Pizza backen. Deswegen bitte ich bis spätestens 08.09.10 um eine Anmeldung,
entweder per E-Mail: wohnprojekt@fab-kassel.de
oder telefonisch unter: 0561 / 9 70 82 46.
Wir würden uns sehr über neue Interessenten freuen!
Bis dahin
Janine Vater
Tagesveranstaltung des fab e.V.
am 2.Oktober 2010
von 10.00 – 16.30 Uhr
im Zentrum für selbstbestimmtes Leben
Kölnische Str. 99, Kassel
Behinderte Menschen wachsen in einer Welt der Nichtbehinderten auf. Für
viele von uns gilt immer noch, dass wir als kranke, hilfsbedürftige und
abhängige Menschen gelten. Personen, die nicht in der Lage sind ihr Leben
selbstbestimmt zu gestalten. Ohne dass man es bewusst steuert, kann das Bild
von Außen zum eigenen Bild von sich werden.
Im Mittelpunkt dieser Tagesveranstaltung soll der aktive und kreative Weg stehen,
den wir gegangen sind oder noch gehen, um unsere eigene Persönlichkeit
zu entwickeln. Dabei soll geschaut werden, was wir selbst zur Stärkung
tun können bzw. inwieweit uns der Austausch mit anderen behinderten Menschen
hilft, die eigene Persönlichkeit zu finden, losgelöst von den gesellschaftlichen
Zuschreibungen.
Referenten: Victoria und Bill Bruckner, langjährige Aktivisten
aus der behinderten Bewegung in den USA.
Während der Veranstaltung ist ein Dolmetscher anwesend!
Wichtige Informationen:
Während der Veranstaltung stellt der fab e.V. Obst, Gebäck und Getränke
zur Verfügung. Um den etwas größeren Hunger in der Mittagspause
zu stillen, möge bitte jede/jeder selbst etwas mitbringen.
TeilnehmerInnenbeitrag: 20,- Euro, ermäßigt 15,- Euro
Eine verbindliche Anmeldung kann ab sofort bei Birgit Schopmans
per Telefon oder Mail erfolgen:
Tel.: 0561 – 7 28 85 24
E-Mail: birgit.schopmans@fab-kassel.de
Anmeldeschluss ist der 9.September 2010
Maximal können 18 Personen teilnehmen, daher bitte schnell anmelden!
Die Tagung soll dazu beitragen, eine offene Auseinandersetzung
mit dem Thema zu führen und mit den Betroffenen und allen Beteiligten im
Bereich der Behindertenhilfe
sowie der Schulen Lösungsmöglichkeiten und konkrete Schritte hin zu
einer Gewaltprävention zu entwickeln.
Eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Hessischen Ministerium für
Arbeit, Familie und Gesundheit, dem Hessischen Netzwerk behinderter Frauen,
dem Hessischen Kultusministerium, dem Beauftragten der Hessischen Landesregierung
für Menschen mit Behinderungen, der LAG Wohnen sowie der Landesarbeitsgemeinschaft
der Werkstätten für behinderte Menschen in Hessen.
Infos und Anmeldung bis 10.09. bei:
Frau Sonja Andrä-Rudel, Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie
und Gesundheit, Tel.: 0611 / 8 17 36 61, E-Mail: sonja.andrae-rudel@hmafg.hessen.de
ZSL, Kölnische Str. 99, 34119 Kassel
Anmeldeschluss: 11. Oktober 2010
Nähere Infos siehe unter: Bunt
Vermischtes
In diesem Seminar lernen Sie, sich in Gesprächen, Verhandlungen
und Besprechungen nicht von Ihrem Ziel abbringen zu lassen. Sie wenden Strategien
an, mit denen Sie Situationen schon im Vorfeld positiv beeinflussen können
und haben die Möglichkeit, Ihre eigenen und ganz individuellen „Notfallstrategien“
zu erarbeiten und zu üben.
Veranstaltungsort:
Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf
Im Lichtenholz 60, 35043 Marburg
Raum U 057 (Untergeschoss, rollstuhlzugänglich)
Referentin:
Sabiene Döpfner, Trainerin und Coach, langjährige Leiterin von Frauenseminaren,
Gießen
Teilnahmegebühr:
39,00 Euro (Ermäßigung für nicht erwerbstätige Frauen mit
Behinderung möglich.)
Eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Frauenbüro des Landkreises
Marburg-Biedenkopf
und dem Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen.
Anmeldeschluss: 04.11.2010
Anfragen nach Ermäßigung und nähere Infos:
Hessisches Koordinationsbüro für behinderte Frauen, Tel.: 0561 / 7
28 85 22, E-Mail: hkbf@fab-kassel.de.
Vorbemerkung zu Ermäßigungen:
SGB II / Arbeitslosengeld II-Empfängern und SGB XII-Empfängern (Grundsicherung
wegen Erwerbsunfähigkeit oder Alter) wird gegen Nachweis eine Ermäßigung
von 50% auf das Kursentgelt gewährt.
Spaß durch Bewegung - Tänze für alle
Mo., 13.09. – Mo., 29.11.2010
F2350
Dozent: Jens Habicht
45,00 Euro
Blindenschrift – Grundkurs für Blinde und hochgradig Sehbehinderte
Di., 14.09. – Di., 25.01.2011
F4786
Dozentin: Birgit Riester
67,50 Euro
Medienwerkstatt – Dieser Kurs richtet sich auch an Menschen mit
einer
sogenannten geistigen Behinderung oder einer Lernbehinderung
Mi., 15.09. – Mi., 17.11.2010
F2615
Dozent: Stefan Köhler
40,50 Euro
Sich gut präsentieren – Selbstmarketing für Frauen mit
und ohne Behinderung
Sa., 02.10. – So., 03.10.2010
F5031
Dozentin: Petra Pardun
55,00 Euro
LaMeng – Theater aus dem Handgelenk – Eine Einführung
in Theater aus dem Stehgreif (Integratives Theater)
Fr., 29.10. – So., 31.10.2010
F2103
Dozent: Markus Hühn
55,00 Euro
Blindenschrift für Sehende
Fr., 29.10. – Sa., 30.10.2010
F4785
Dozentin: Birgit Riester
18,00 Euro
Workshop: Erfahrungen im Rollstuhl und Informationen über den Alltag
mit einer Körperbehinderung.
Selbst erleben und nicht nur darüber reden – Für alle Interessierten
und Kursleitungen der vhs
Sa., 30.10.2010
F1644
Dozentin: Gudrun Waßmann
13,50 Euro
Wendo – Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen mit
Behinderung
Sa., 13.11. – So., 14.11.2010
F3443
Dozentin: Irmtraud Schwager
80,00 Euro
Veranstaltungsort:
Vhs, Wilhelmshöher Allee 19 – 21, Kassel
Zu allen vhs-Kursen können Sie sich bei folgenden vhs-MitarbeiterInnen
anmelden:
Elfriede Schäth
Tel.: 0 56 92 – 9 87 31 93
elfriede.schaeth@landkreiskassel.de
Gerhard Klingelhöfer
Tel.: 05 61 – 10 03 16 70
gerhard.klingelhoefer@landkreiskassel.de
Nähere Kursausschreibungen unter www.vhs-region-kassel.de
oder im vhs-Programm.
Seit Januar 2008 gibt es einen Rechtsanspruch auf ein trägerübergreifendes
Persönliches Budget (§ 17 Abs. 2 – 4 SGB IX). Der fab e.V. betreibt
im Auftrag der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben – ISL e.V. das
bundesweite Beratungstelefon zum Persönlichen Budget und hat dadurch vielfältige
Erfahrungen mit dieser Leistungsform gemacht.
Am Samstag den 16.10. bietet der fab e.V. einen Beratungstag zum Persönlichen
Budget an. Dabei gibt Uwe Frevert, Berater beim bundesweiten Beratungstelefon
zum Persönlichen Budget in der Zeit von 11.00 – 13.00 Uhr einen Überblick
über die bisherigen Erfahrungen mit dem Persönlichen Budget. Dieser
Teil ist offen für alle interessierten Personen.
Ab 13.00 Uhr gibt es für behinderte Menschen die Möglichkeit einer
Einzelberatung.
Wir bitten alle an dieser Veranstaltung interessierte Personen sich bis
zum 11.10. bei Pandelis Chatzievgeniou unter 0561 7 28 85 - 51 oder
pandelis.chatzievgeniou@fab-kassel.de
anzumelden. Bitte auch mit angeben, ob an diesem Tag eine Einzelberatung erwünscht
ist. Falls Hilfsmittel, wie z.B. eine Höranlage benötigt werden, bitte
ebenfalls angeben.
Hintergrund:
Dieser Informationstag findet in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Persönliches
Budget des Paritätischen Wohlfahrtsverbands statt und ist Teil eines bundesweiten
Budgettages, bei dem die Beratungsstellen zum Persönlichen Budget ihre
Türen öffnen. Dabei geht es auch darum öffentlich die Notwendigkeit
einer guten Beratung und Unterstützung bei der Beantragung und dem Umgang
mit dem Persönlichen Budget deutlich zu machen. Die Schirmherrschaft für
diesen Budgettag übernimmt die Bundesministerin für Arbeit und Soziales
Dr. Ursula von der Leyen.
Er ist kein Pioniertyp. Auf den ersten Blick. Karsten Eckhardt
sitzt wegen einer Muskelschwäche im elektrischen Rollstuhl. Ein Beatmungsgerät
gibt regelmäßig zischende Geräusche von sich und pumpt direkt
über einen Luftröhrenschnitt Luft in seine Lunge. „Das ist halt
so“, sagt er lapidar über seine Situation. Die Augen hinter seiner
modischen Brille lächeln verschmitzt, wenn er über seine Pioniertat
gemeinsam mit Petra Friedrich vom Integrationsamt des LWV Hessen berichtet.
Schon seit Sommer 2006 lebt er mit einem persönlichen Budget. „Haben
wir gekämpft!“, erinnert sich die Regionalmanagerin Friedrich. Eineinhalb
Jahre, bevor der Anspruch auf ein persönliches Budget gesetzlich verbrieft
wurde, begaben sich die beiden auf bis dahin für sie unbekanntes Terrain.
„Ich bin ziemlich aktiv, was die Behindertenarbeit angeht, und bin selbst
als Vorsitzender des Landesverbandes Hessen der Deutschen Gesellschaft für
Muskelkranke ehrenamtlich tätig. Da hatte ich von der Möglichkeit
gehört, mit einem persönlichen Budget mein Leben selbstständiger
zu gestalten.“ So ein Satz dauert bei Karsten Eckhardt etwas länger,
denn zwischendurch muss er immer wieder auf Luft aus dem Beatmungsgerät
warten. Doch das hindert ihn nicht, mit Energie an die Dinge heranzugehen. So
sprach er im Frühjahr 2006 Petra Friedrich im Integrationsamt an, das schon
für seine Assistenz und die Ausrüstung an seinem Arbeitsplatz als
Vollzeit-Verwaltungsfachangestellter im Hessischen Amt für Versorgung und
Soziales Kassel zuständig war.
Nun trugen sie zusammen, welcher Bedarf besteht und wo Eckhardt
bislang alles einzeln hatte beantragen müssen: Krankenkasse, Rentenversicherung,
Pflegekasse, Arbeitsamt, Sozialamt, Pflegedienst und andere. „Es gab noch
keine Ansprechpartner für das persönliche Budget, weil das System
noch nicht installiert war“, beschreibt Friedrich die Suche. Doch schließlich
bekam sie zur Budgetkonferenz alle an einen Tisch und eine erste Zielvereinbarung
wurde erarbeitet. Statt die Leistungen je nach Zuständigkeit in Gang zu
setzen, laufen jetzt die entsprechenden Gelder dafür zentral beim LWV ein.
Der überweist das persönliche Budget im Voraus an Eckhardt, und er
organisiert sich damit selbst, was er benötigt.
„Ich bin unter die Arbeitgeber gegangen“, schmunzelt er über
seine Wandlung vom Leistungsempfänger zum Anbieter von Arbeitsplätzen.
Sechs Menschen braucht er für seine 24-Stunden-Pflege, „denn das
Beatmungsgerät läuft ja durch“. Alle müssen alles können
von der Körperpflege übers Autofahren bis zum Bedienen eines Patientenlifters
für den Transfer vom Rollstuhl ins Bett und zurück. Vier Männer
und zwei Frauen sind bei dem 41-Jährigen in Vollzeit angestellt und werden
aus seinem Budget bezahlt. Er macht mit ihnen die Dienstpläne und Arbeitsverträge,
führt Vorstellungsgespräche, wenn er neue Mitarbeiter fürs Team
braucht. Der Verein zur Förderung der Autonomie behinderter Menschen in
Kassel (fab) übernimmt die Lohnbuchhaltung und die Verwaltung der Verwendungsnachweise.
Auch diese Leistung finanziert er aus seinem Budget. Das ist aufwendig, aber
der „Budget-Pionier“ sieht für sich nur Vorteile. Nach 16 Jahren
Betreuung durch einen Pflegedienst mit relativ starren Abläufen kann er
seinen Tagesablauf endlich viel individueller gestalten. „Ein immenser
Pluspunkt“, betont er.
Dabei ist ein frei gestalteter Alltag für Karsten Eckhardt schon seit langem
mit Einschränkungen verbunden. Als er zehn Jahre alt war, fiel es plötzlich
auf, dass er schnell müde wurde, oft hinfiel, Atemaussetzer hatte. Von
da an verbrachte er seine Nächte am Beatmungsgerät im Kinderkrankenhaus
Park Schönfeld in Kassel, tagsüber, im wachen Zustand, konnte er noch
selbstständig Luft holen. Mit 14 saß er bereits im Rollstuhl. Diagnose:
eine seltene fortschreitende Muskelerkrankung, die weitgehend unbekannt ist.
„Ich hatte genau zwei Möglichkeiten: mich hängen zu lassen oder
die Krankheit anzunehmen. Ich hab’ mich fürs Annehmen entschieden“,
sagt er. Einfach so, ohne Pathos. Er machte 1985 seinen Realschulabschluss an
der Söhre-Schule in Lohfelden. Anschließend fand er fast zwei Jahre
lang keinen Ausbildungsplatz. Dann kam er übers Arbeitsamt und das Internat
für Körperbehinderte in Hessisch Lichtenau zu einem Praktikum beim
Versorgungsamt. Er rechnet zurück und staunt selbst: „Im September
bin ich da schon 22 Jahre beschäftigt“. Wahrlich eine Konstante in
seinem Leben.
Karsten Eckhardts Pioniergeist dagegen treibt ihn immer wieder dazu, kleine
und große Abenteuer zu bestehen. Er liebt es, ins Kino und in Konzerte
zu gehen, gern nimmt er die Kinder seines Bruders (inzwischen 17 und 20) mit.
Im Sommer ist er Stammgast im Kasseler Kulturzelt an der Drahtbrücke. „Man
findet ja keine Zeit zum Einkleben“, kokettiert er, wenn er an den Stapel
Fotos von seiner Australienreise 1994 denkt. Von Melbourne nach Sydney: drei
Wochen im Auto die Ostküste entlang – mit Pflegedienst und Beatmungsgerät,
das er damals nur nachts brauchte. Für dieses Jahr könnte schon zum
vierten Mal Barcelona auf dem Programm stehen. Im eigenen VW-Bus, gesteuert
von seinen Assistenten, geht’s an die spanische Mittelmeerküste zu
Freunden. Was reizt ihn an der Hauptstadt Kataloniens? „Faszination und
die Sonne!“
Irene Graefe
Persönliches Budget:
Seit 1. Januar 2008 können Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung,
die einen Anspruch auf Teilhabeleistungen haben, statt Sach- und Dienstleistungen
ein persönliches Budget beantragen. Leistungsträger wie die Arbeitsagentur,
gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung, Pflegekassen, Sozialhilfeträger
und Integrationsämter ermitteln in einer Budgetkonferenz den bestehenden
Bedarf und die anteiligen Kosten der einzelnen Leistungen und überweisen
ihr Teilbudget an den Beauftragten. In der Regel ist das auch der Träger,
der die Hauptleistung erbringt. In diesem Fall ist es anders.
Karsten Eckhardt hat sich wegen seiner guten Erfahrungen in der Zusammenarbeit
mit dem Integrationsamt dafür entschieden, sein Budget beim LWV Hessen
führen zu lassen. Mit seinem persönlichen Geld finanziert er nun die
Leistungen, die er für sich braucht.
Seine Assistenten, die er selbst auswählt, kennt er zum Teil schon sehr
lange. Wenn er Verstärkung oder Ersatz für sein Team braucht, sucht
er unter anderem im Internet-Angebot von VbA - Selbstbestimmt Leben e.V., Verbund
behinderter Arbeitgeber in München auf www.assistenzboerse.de.
Weitere Informationen zum persönlichen Budget auf www.lwv-hessen.de
ig
Zitat:
„Ich wünsche mir, dass der Mut, den Herr Eckhardt als Pionier für
ein Trägerübergreifendes Persönliches Budget gezeigt hat, und
seine positiven Erfahrungen nach und nach mehr Menschen mit Behinderungen von
dieser guten Möglichkeit überzeugen kann“.
Petra Friedrich, LWV-Integrationsamt
Quelle: aus LWV konkret, Ausgabe 2/2010.
Mit freundlicher Genehmigung der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des LWV
Hessen
Durch die Initiative des Hessischen Koordinationsbüros
für behinderte Frauen sowie aufgrund des Engagements des Hessischen Rundfunks,
der Volkswagen AG, der Kanzlei des Hessischen Landtags und verschiedenster Schulen
nutzten Mädchen mit unterschiedlichen Behinderungen verschiedene Angebote
des diesjährigen Girls’Days und erhielten so einen Einblick in vielfältige
berufliche Tätigkeitsfelder.
Mit dem Direktor des Hessischen Landtags ins Gespräch zu kommen, an der
Sitzung des kulturpolitischen Ausschusses teilzunehmen, Kennenlernen der verschiedenen
Bereiche der beteiligten Unternehmen und Einrichtungen, sowie konkrete, praktische
Betätigungen wie das Erstellen von Plakaten, die Arbeit an verschiedensten
Werkbanken oder kleine Audiobeiträge produzieren, sind Beispiele der vielfältigen
Möglichkeiten, die Mädchen mit und ohne Behinderung am diesjährigen
Girls´Day nutzten.
Einige besondere Highlights für die Mädchen:
„Mir hat einfach alles gut gefallen. Das war ein besonderer Tag. Am interessantesten
war, dass wir unsere Stimmen mit einem Tonbandgerät aufgenommen haben,
dann wurden die Stimmen verändert und man wusste nicht mehr, wer gesprochen
hat“, so das Fazit einer Teilnehmerin mit Behinderung.
„Schade, dass mein Vater nicht so ein tolles Auto mit Fernsehen und Autotelefon
hat“, war der Kommentar vieler Teilnehmerinnen, die in der Kanzlei unter
anderem die Dienstfahrzeuge der PolitikerInnen besichtigten.
Ein anderes Mädchen mit Behinderung meinte, dass sie vor dem Besuch des
Girls’Days doch sehr aufgeregt war. Würde sie bei allen Angeboten
gut teilnehmen können? Würden die anderen Mädchen komisch gucken,
weil sie gehbehindert ist? Dies waren die Fragen, die sie sich vor dem Besuch
stellte. Sie war froh, dass eine Freundin sie begleitete.
Doch auch für diese Teilnehmerin war der Girls´Day ein interessanter
Tag. „Hätte ich gewusst, wie freundlich und nett alle waren, hätte
ich ja gar keine Angst vor diesem Tag haben müssen“, so ihr Fazit.
Alle beteiligten Unternehmen und Einrichtungen sowie die teilnehmenden Schulen,
resümierten, dass die durch das Hessische Koordinationsbüro für
behinderte Frauen initiierten Kooperationen erfolgreich waren, sodass alle bisher
beteiligten Unternehmen und Einrichtungen ihr Angebot im nächsten Jahr
wiederholen.
Für 2011 sind bereits erste Vorgespräche für eine Kooperation
mit weiteren Unternehmen und Einrichtungen geplant.
Das Hessische Koordinationsbüro für behinderte Frauen nimmt gerne
Meldungen von an einer Kooperation mit interessierten Unternehmen, Einrichtungen
und Schulen entgegen.
Telefon: 0561 / 7 28 85 - 22, E-Mail: hkbf@fab-kassel.de.
Quelle des Artikels: Rita Schroll, Hessisches Koordinationsbüro
für behinderte Frauen